Weil Beschwerden an der Daumenbasis auch andere Ursachen haben können, lohnt sich ein systematischer Blick auf Symptome, Selbsttests und Warnzeichen.
Typische Symptome: So fühlt sich eine Rhizarthrose häufig an
Am Anfang steht oft ein dumpfer, ziehender Schmerz am Daumenballen oder direkt am Gelenkansatz zur Hand. Viele Betroffene berichten, dass alltägliche Handgriffe „plötzlich weh tun“: Flaschen aufdrehen, Schlüssel drehen, Taschen tragen oder ein Glas festhalten. Häufig kommt eine Kraftminderung dazu – der Daumen wirkt instabil oder „gibt nach“. Im Verlauf treten manchmal Schwellungen, Druckempfindlichkeit und ein knirschendes Gefühl (Reibegeräusch) beim Bewegen auf.
Charakteristisch ist außerdem ein Belastungsschmerz mit Besserung in Ruhe – später können Rhizarthrose Symptome auch nachts stören. Manche bemerken eine sichtbare Veränderung: eine kleine knöcherne Verdickung an der Daumenbasis oder eine zunehmende Fehlstellung („Z“-Deformität) mit nach innen gekipptem Daumen.
Wo genau sitzt der Schmerz?
Bei der Rhizarthrose sitzt der Schmerz typischerweise an der Daumenbasis – dort, wo der Daumen in die Hand übergeht. Er kann in den Daumen, ins Handgelenk oder in den Unterarm ausstrahlen, bleibt aber meist an der Daumenwurzel am stärksten. Wenn der Schmerz eher über dem Handgelenk radial (daumenseitig) verläuft und bei bestimmten Bewegungen einschießt, kann auch eine Sehnenscheidenproblematik dahinterstecken (z. B. De-Quervain-Tendovaginitis) – das ist eine wichtige Unterscheidung.
Einfacher Selbstcheck: Welche Tests sprechen für Rhizarthrose?
Ein kurzer Selbstcheck ersetzt keine Diagnose, kann aber Hinweise geben. Achte dabei auf reproduzierbare Schmerzen an der Daumenbasis und auf Funktionsverlust. Wenn du Tests machst, bitte vorsichtig und ohne „Durchbeißen“ – starke Schmerzen sind ein Stopp-Signal.
Folgende Checks sind im Alltag besonders aussagekräftig:
- Pinzettengriff-Test: Versuche, Daumen und Zeigefinger fest zusammenzudrücken (z. B. Münze halten). Schmerz an der Daumenbasis oder schnelle Ermüdung spricht für Daumensattelgelenk Arthrose.
- Schlüssel-/Dreh-Test: Drehe einen Schlüssel im Schloss oder öffne einen Drehverschluss. Typisch sind Schmerzen Daumenballen und Kraftverlust.
- Abstütz-Test: Stütze dich mit der Hand ab (z. B. vom Stuhl aufstehen). Schmerz am Daumensattelgelenk tritt häufig auf, weil das Gelenk stark belastet wird.
- Greifkraft-Vergleich: Vergleiche beide Hände beim festen Umfassen eines Glases. Einseitige Schwäche plus Schmerz ist verdächtig.
In der ärztlichen Untersuchung wird oft ein spezieller Provokationstest genutzt (Kompressions-/Rotationsreiz am Daumensattelgelenk). Wenn genau diese Bewegung den typischen Schmerz auslöst, erhärtet das den Verdacht. Bildgebung (Röntgen) zeigt dann häufig Gelenkspaltverschmälerung und knöcherne Anbauten, korreliert aber nicht immer perfekt mit der Schmerzstärke.
Was kann es sonst sein? Abgrenzung zu ähnlichen Beschwerden
Nicht jeder Daumenschmerz ist Rhizarthrose. Gerade am Anfang sind Sehnen, Bänder oder Nerven häufige Ursachen. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung – besonders, wenn Beschwerden atypisch sind.
BeschwerdebildTypischer SchmerzortAuslöserHinweis zur AbgrenzungRhizarthroseDaumenbasis/DaumensattelgelenkDrehen, Greifen, PinzettengriffBelastungsschmerz, Kraftverlust, evtl. knirschenDe-Quervain-TendovaginitisDaumenseite am HandgelenkAbspreizen/Bewegen des Daumens, HebenSehnenschmerz eher am Handgelenk, oft stechendBandverletzung (z. B. Skidaumen)DaumengrundgelenkNach Umknicken/TraumaAkuter Beginn nach Unfall, InstabilitätKarpaltunnelsyndromDaumen/Zeige-/MittelfingerNachts, bei Beugen des HandgelenksKribbeln/Taubheit statt GelenkschmerzTriggerdaumenDaumenbeugesehneBeugen/StreckenSchnappen/Blockieren, druckschmerzhafter KnotenEntzündliche ArthritisMehrere GelenkeMorgensteifigkeitSchwellung, Wärme, mehrere Gelenke betroffen
„Entscheidend ist nicht nur, ob es weh tut, sondern wobei: Rhizarthrose macht typischerweise Probleme bei Dreh- und Zangengriffen – genau das belastet das Daumensattelgelenk am stärksten.“
Wann sollte ich zum Arzt – und welche Warnzeichen gibt es?
Wenn Beschwerden länger als 2–3 Wochen anhalten, wiederkehren oder deutlich zunehmen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Das gilt besonders, wenn die Handfunktion spürbar eingeschränkt ist oder du ohne Schonhaltung im Alltag nicht mehr zurechtkommst. Auch bei sichtbarer Fehlstellung, zunehmender Instabilität oder ausgeprägter Schwellung sollte man nicht zu lange warten.
Dringend ist eine Abklärung, wenn starke Schmerzen nach einem Unfall auftreten, der Daumen „wegknickt“, Taubheitsgefühle dazukommen, oder wenn das Gelenk heiß/gerötet ist und Fieber vorliegt (Verdacht auf Entzündung/Infekt).
Was hilft typischerweise – ohne sofort an Operation zu denken
Die Behandlung startet in der Regel konservativ: Schonung in akuten Phasen, gezielte Handtherapie, Anpassung von Grifftechniken sowie Stabilisierung durch eine Daumen-Orthese. Eine gut sitzende Orthese entlastet das Gelenk bei Dreh- und Greifbelastungen und kann Schmerzsituationen deutlich reduzieren. Hier kann ein spezialisiertes Sanitätshaus wie Sanitätshaus Rahm bei Auswahl und Anpassung einer passenden Daumenorthese unterstützen, damit Stabilität und Beweglichkeit sinnvoll balanciert werden.
Ergänzend werden häufig Wärme/Kälte je nach Empfinden, manualtherapeutische Maßnahmen und – ärztlich gesteuert – entzündungshemmende Strategien eingesetzt. Bei anhaltend starken Beschwerden können Injektionen oder weitere Verfahren erwogen werden; die Entscheidung hängt von Befund, Alltagseinschränkung und Begleiterkrankungen ab.
„Viele unterschätzen, wie viel der Daumen im Alltag leisten muss. Sobald eine Orthese die Belastungsspitzen abfängt und die Handtherapie die Greifmechanik verbessert, berichten Betroffene oft über spürbar mehr Kontrolle und weniger Schmerz.“
Praktische Checkliste für den Alltag
Wenn du den Verdacht auf Rhizarthrose Test und typische Symptome bei dir wiedererkennst, helfen diese Schritte zur besseren Einordnung und Vorbereitung auf den Termin:
- Notiere 5–7 Situationen, in denen der Schmerz zuverlässig auftritt (z. B. Flasche öffnen, Schlüssel drehen).
- Bewerte die Schmerzstärke (0–10) und ob Ruhe hilft.
- Achte auf Schwellung, Druckschmerz und mögliche Fehlstellung an der Daumenbasis.
- Vergleiche beide Hände: Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer beim Halten.
- Teste, ob Stabilisierung (z. B. Bandage/Orthese) Belastungsschmerz reduziert – ohne den Daumen komplett „stillzulegen“.
Weiteres Vorgehen: Wie du zu einer klaren Diagnose kommst
Eine sichere Diagnose entsteht aus Anamnese (Beschwerdeverlauf), Untersuchung (Druckpunkte, Provokation, Stabilität) und bei Bedarf Bildgebung. Wichtig ist, Beschwerden nicht nur „wegzuschonen“, sondern gezielt zu steuern: Frühzeitige Entlastung, ergonomische Anpassungen und Training der Handfunktion können den Verlauf oft günstig beeinflussen. Wenn du magst, kann ich dir auch eine kurze Fragenliste formulieren, die du zum Arzttermin mitnehmen kannst, damit nichts untergeht.
