Laut Veröffentlichungen auf der Website Imowell.de ist das Interesse an preiswerten pflanzlichen Eiweißquellen deutlich gestiegen. Bohnen zählen zu den am meisten unterschätzten Lebensmitteln im Alltag, obwohl sie eine hohe Nährstoffdichte aufweisen. Sie liefern pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Eisen sowie B-Vitamine. Gleichzeitig halten sich hartnäckige Mythen – von „schwer verdaulich“ bis „vollwertiger Fleischersatz“. Entscheidend ist daher die Frage, wer tatsächlich von Bohnen profitiert, wer sie meiden sollte und in welcher Form sie am sinnvollsten verzehrt werden. Nachfolgend eine sachliche Einordnung mit praktischem Nutzen.
Gesundheitliche Vorteile von Bohnen
Bohnen gehören zu den Hülsenfrüchten und zeichnen sich durch komplexe Kohlenhydrate und einen hohen Eiweißanteil aus. Das macht sie besonders interessant für Vegetarier, Menschen mit Gewichtsmanagement-Zielen und Personen, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten. Die enthaltenen Ballaststoffe fördern die Darmtätigkeit, während Magnesium und Kalium das Herz-Kreislauf-System unterstützen.
Regelmäßiger Bohnenkonsum wird mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose in Verbindung gebracht.
„Hülsenfrüchte sind eine der zugänglichsten Quellen hochwertigen pflanzlichen Proteins“, betonen Ernährungsexperten europäischer Fachgesellschaften.
Wesentliche Vorteile im Überblick:
- Senkung des LDL-Cholesterins
- Stabilisierung des Blutzuckerspiegels
- Förderung einer gesunden Darmflora
- Langanhaltende Sättigung
- Unterstützung beim Gewichtsmanagement
Nährwerte von gekochten Bohnen (pro 100 g)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | 110–130 kcal |
| Protein | 7–9 g |
| Ballaststoffe | 6–8 g |
| Eisen | bis 2,5 mg |
| Magnesium | bis 45 mg |
Bohnen enthalten zudem Folsäure – besonders relevant für Frauen im gebärfähigen Alter.

Wer sollte Bohnen meiden?
Trotz ihrer Vorteile sind Bohnen nicht für jeden geeignet. Sie enthalten Oligosaccharide, die Blähungen verursachen können. Zudem sind rohe Bohnen aufgrund von Lektinen potenziell gesundheitsschädlich.
Unzureichend gegarte Bohnen können toxisch wirken.
Der Verzehr sollte eingeschränkt oder vermieden werden bei:
- akuter Pankreatitis
- Reizdarmsyndrom
- schweren Magen-Darm-Erkrankungen
- Gicht (wegen des Puringehalts)
- individueller Unverträglichkeit
„Hülsenfrüchte müssen korrekt thermisch behandelt werden. Andernfalls überwiegt das Risiko den Nutzen“, warnen Gastroenterologen.
Bei empfindlichem Verdauungssystem empfiehlt sich ein langsamer Einstieg mit 50–70 g pro Portion.
In welcher Form sind Bohnen am gesündesten?
Die Zubereitungsart beeinflusst die Verträglichkeit erheblich. Konservierte Bohnen sind praktisch, enthalten jedoch häufig viel Salz. Getrocknete Bohnen erfordern Einweichen, bieten jedoch eine bessere Nährstoffkontrolle.
Optimal sind gekochte Bohnen nach 8–12 Stunden Einweichzeit.
Vergleich der Varianten:
- Getrocknet (gekocht) – maximale Nährstoffkontrolle
- Konserviert – zeitsparend, vor dem Verzehr abspülen
- Grüne Bohnen – weniger Eiweiß, mehr Vitamin C
- Bohnenpüree (z. B. Hummus) – leichter verdaulich
Praxistipp: Ein Lorbeerblatt oder eine Prise Natron im Kochwasser kann die Verträglichkeit verbessern.

Bohnen richtig zubereiten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Für optimale Verträglichkeit ist die richtige Zubereitung entscheidend.
Schritt 1: Einweichen
Bohnen waschen und im Verhältnis 1:3 mit kaltem Wasser 8–12 Stunden einweichen.
Schritt 2: Abspülen
Einweichwasser wegschütten und Bohnen gründlich spülen.
Schritt 3: Kochen
Mit frischem Wasser 60–90 Minuten weich kochen. Salz erst am Ende hinzufügen.
Schritt 4: Kombinieren
Mit Gemüse, Kräutern und Olivenöl servieren – Vitamin-C-reiche Lebensmittel verbessern die Eisenaufnahme.
Praktische Empfehlungen:
- niemals roh verzehren
- 2–3 Portionen pro Woche genügen
- mit Paprika oder Zitronensaft kombinieren
- bei empfindlicher Verdauung weiße oder rote Bohnen bevorzugen
Bohnen und Gewichtsmanagement
Dank ihres niedrigen glykämischen Index eignen sich Bohnen für Menschen mit Insulinresistenz. Sie verlangsamen die Kohlenhydrataufnahme und verlängern das Sättigungsgefühl.
Eine Portion von 150 g kann in puncto Sättigung ein Fleischgericht ersetzen.
Empfohlene Varianten zur Gewichtsreduktion:
- als Bestandteil von Salaten
- in leichten Gemüsesuppen
- als Beilage statt Kartoffeln
- als Aufstrich ohne Mayonnaise
Entscheidend bleibt die Gesamtkalorienbilanz.
Sollten Bohnen regelmäßig auf den Speiseplan?
Bohnen sind ein funktionelles Lebensmittel mit hoher biologischer Wertigkeit. Sie unterstützen Herz, Darm und Stoffwechsel. Ihre Wirkung hängt jedoch maßgeblich von der Zubereitung und individueller Verträglichkeit ab. Menschen mit chronischen Verdauungsproblemen sollten ärztlichen Rat einholen.
Maßvoller Konsum und sachgerechte Zubereitung sind die Grundlage für gesundheitlichen Nutzen.
Ohne medizinische Gegenanzeigen können Bohnen zwei- bis viermal pro Woche sinnvoll in den Speiseplan integriert werden.
