Anfang 2026 setzten russische Truppen während kombinierter Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet erstmals das neue unbemannte Kampffluggerät „Geran-5“ ein. Dies teilte das Hauptnachrichtendienst-Direktorat des ukrainischen Verteidigungsministeriums mit. Nach Angaben des Geheimdienstes wurde der Einsatz der Drohne im Rahmen massiver Angriffe registriert, bei denen unterschiedliche Luftangriffsmittel kombiniert wurden. Es handelt sich um eine weitere Entwicklungsstufe der Drohnenserie, die Russland systematisch für Angriffe in großer Tiefe nutzt. Ukrainische Spezialisten haben bereits mit der detaillierten Untersuchung der sichergestellten Exemplare begonnen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Antrag an die Hauptnachrichtendirektion des Verteidigungsministeriums der Ukraine.
Konstruktion und aerodynamisches Design der neuen Drohne
Laut HUR hat die „Geran-5“ eine Länge von rund sechs Metern und eine Spannweite von bis zu 5,5 Metern. Im Unterschied zu früheren Modellen dieser Serie ist das neue Gerät nach einem klassischen aerodynamischen Schema aufgebaut. Dadurch unterscheidet es sich deutlich von früheren „Geran“-Varianten mit abweichender Bauweise. Gleichzeitig sind die meisten zentralen Baugruppen und Komponenten mit anderen Modellen der Serie vereinheitlicht. Dies deutet auf die Nutzung bereits erprobter technischer Lösungen mit gezielten Modernisierungen hin.
Triebwerk und Navigationsausstattung
Die Aufklärung berichtet, dass die „Geran-5“ mit einem Strahltriebwerk des Typs Telefly ausgestattet ist. Ein ähnlicher Motor kommt auch bei der Drohne „Geran-3“ zum Einsatz, jedoch verfügt die neue Version über eine höhere Schubleistung. Zudem wurde der Einsatz eines 12-kanaligen satellitengestützten Navigationssystems „Kometa“ festgestellt. In der Drohne fanden sich außerdem ein Tracker auf Basis eines Raspberry-Mikrocomputers sowie 3G/4G-Modems. Diese technische Kombination soll die Präzision und Stabilität der Steuerung erhöhen.
Gefechtskopf und Reichweite
Nach Angaben des HUR beträgt die Masse des Gefechtskopfs der „Geran-5“ etwa 90 Kilogramm. Die angegebene Reichweite liegt bei rund 1.000 Kilometern. Diese Leistungsdaten machen die Drohne zu einem Mittel mit großer Einsatzreichweite, das Angriffe auf Ziele tief im Hinterland ermöglichen kann. Das Strahltriebwerk verleiht dem Gerät zudem eine höhere Geschwindigkeit als bei früheren Versionen. Laut Geheimdienst erweitern diese Eigenschaften die taktischen Einsatzmöglichkeiten der Drohne deutlich.
Ähnlichkeiten mit iranischer Drohne und mögliche Einsatzszenarien
Im HUR wird betont, dass die „Geran-5“, wie auch frühere Modelle der Serie, kaum als eigenständige Entwicklung der Russischen Föderation gelten kann. Es wurden erhebliche konstruktive und technologische Gemeinsamkeiten mit der iranischen Drohne Karrar festgestellt. Darüber hinaus arbeitet Russland laut vorliegenden Informationen an Einsatzvarianten dieser Drohne von luftgestützten Trägerplattformen, insbesondere von Su-25-Flugzeugen. Ziel ist es, die Reichweite zu erhöhen und die Nutzungskosten zu senken. Zudem wird die Möglichkeit geprüft, das System mit Luft-Luft-Raketen des Typs R-73 auszustatten, um ukrainischer Luftfahrt entgegenzuwirken.
Weitere Untersuchung und Analyse der Drohnenreste
Der ukrainische Geheimdienst teilte mit, dass Fachleute derzeit eine umfassende Untersuchung der von Russland eingesetzten Drohnenexemplare durchführen. Analysiert werden dabei die Konstruktion, einzelne Bauteile sowie die elektronische Komponentenbasis. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen eine genauere Einschätzung des technologischen Niveaus des neuen UAV ermöglichen. Detaillierte Ergebnisse dieser Analyse sollen in naher Zukunft veröffentlicht werden. Nach Angaben des HUR werden die Informationen auf dem Portal War&Sanctions zugänglich gemacht.
