In Berlin spitzt sich die Lage im öffentlichen Nahverkehr erneut zu. Eine Reihe von Arbeitskämpfen sorgt dafür, dass Pendler und Besucher ihre täglichen Wege neu planen müssen. Im Jahr 2025 gab es in der deutschen Hauptstadt insgesamt fünf Warnstreiks. Hauptinitiator ist die Gewerkschaft Verdi, die die Beschäftigten der BVG vertritt. Für Fahrgäste bedeutet das unregelmäßige Verbindungen, Ausfälle und deutlich längere Fahrzeiten. Die Verhandlungen über Arbeitsbedingungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Berliner Landespolitik räumt ein, dass das Verkehrssystem stark unter Druck steht. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Berliner-kurier.

So fahren S-Bahn, U-Bahn und Regionalzüge während der Streiks
Besonders betroffen sind die S-Bahn Berlin und die U-Bahn Berlin, die den Großteil des täglichen Fahrgastaufkommens bewältigen. Während der Streiktage kann es zu stark verlängerten Taktzeiten oder zum vollständigen Ausfall einzelner Linien kommen. Auch der Regionalverkehr steht unter Druck, da parallel Tarifverhandlungen bei der Bahn laufen. Im vergangenen Jahr konnten viele Berliner auf Alternativen ausweichen, doch diesmal sind auch diese Optionen eingeschränkt. Fahrgäste sollten sich vor jeder Fahrt über den aktuellen Betrieb informieren. Besonders in den Hauptverkehrszeiten ist mit erheblichen Problemen zu rechnen.

Straßensperren und die Lage für Autofahrer
Durch die Einschränkungen im öffentlichen Verkehr steigt das Verkehrsaufkommen auf den Straßen spürbar an. An Streiktagen kommt es in Berlin immer wieder zu temporären Sperrungen, vor allem in zentralen Bezirken und rund um Betriebshöfe. Ursache sind sowohl Kundgebungen als auch Umleitungen. Autofahrer müssen mit Staus und längeren Fahrzeiten rechnen. Selbst kurze Strecken können deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als gewohnt. Die Polizei empfiehlt, bekannte Engpässe weiträumig zu umfahren. Besucher der Stadt sollten zusätzliche Zeit für ihre Wege einplanen.
Forderungen der Gewerkschaften und Gründe für weitere Streiks
Die Gewerkschaft Verdi hat bereits Lohnerhöhungen von 750 Euro pro Monat für 16.600 BVG-Beschäftigte durchgesetzt. Bestimmte Berufsgruppen wie Straßenbahn-, U-Bahn- und Busfahrer erhalten zudem höhere Zuschläge für Schichtarbeit. Insgesamt entstehen der BVG dadurch Mehrkosten von rund 140 Millionen Euro pro Jahr. Aktuell stehen weitere Forderungen im Raum, darunter 33 Urlaubstage sowie 500 Euro Urlaubsgeld für alle Mitarbeitenden. Diese Punkte wurden zuvor bewusst ausgeklammert, um die ohnehin schwierigen Gehaltsverhandlungen nicht zusätzlich zu belasten. Weitere Gesprächsrunden sind geplant. Arbeitsniederlegungen bleiben dabei nicht ausgeschlossen.
Praktische Tipps für Anwohner und Besucher
Um die Auswirkungen der Streiks möglichst gering zu halten, empfiehlt sich eine gute Vorbereitung. Wer flexibel bleibt und Alternativen kennt, kommt meist besser durch den Tag. Besonders wichtig ist es, offizielle Informationen regelmäßig zu prüfen.
Vor der folgenden Liste sollte klar sein: Schon kleine Einschränkungen können große Auswirkungen haben, daher lohnt es sich, frühzeitig zu planen.
- vor Fahrtantritt die aktuellen Fahrpläne von S-Bahn und U-Bahn prüfen;
- wenn möglich im Homeoffice arbeiten;
- für kurze Strecken auf Fahrrad oder Carsharing ausweichen;
- Routen unter Berücksichtigung möglicher Staus planen;
- zusätzliche Zeit für den Weg einplanen.
Vergleichstabelle: Auswirkungen der Streiks auf den Verkehr
| Verkehrsmittel | Grad der Einschränkung | Empfehlung für Fahrgäste |
|---|---|---|
| S-Bahn | Hoch | Fahrplan prüfen, Alternativen nutzen |
| U-Bahn | Mittel bis hoch | Hauptverkehrszeiten meiden |
| Regionalzüge | Unbeständig | Aktuelle Hinweise beachten |
| Autoverkehr | Stark belastet | Umfahrungen einplanen |
Streiks gehören inzwischen zum Alltag einer europäischen Metropole wie Berlin – wer gut informiert ist, kann Stress und Zeitverlust deutlich reduzieren.
