Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress nahe Kaiserslautern hat in ganz Deutschland große Bestürzung ausgelöst. Der 36-jährige Bahnmitarbeiter wurde am Montag während einer Fahrkartenkontrolle von einem Fahrgast angegriffen und erlag am Morgen des 4. Februar seinen schweren Verletzungen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Evelin Palla, sprach von einem „dunklen Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“. In einer Erklärung des Konzerns heißt es, der Zugbegleiter habe lediglich seine dienstlichen Aufgaben erfüllt und sei dabei in besonders brutaler Weise attackiert worden. Die Deutsche Bahn verurteilte die Tat scharf und verwies auf die zunehmende Zahl von Angriffen auf Beschäftigte im Bahnverkehr.
Reaktionen aus der Politik und Forderungen nach besserem Schutz
Bundesverkehrsminister Patrick Schneider (CDU) zeigte sich tief erschüttert über den Tod eines Mitarbeiters, der bei der Ausübung seiner alltäglichen Arbeit ums Leben kam. In einer Mitteilung seines Ministeriums ist von einer groben und sinnlosen Gewalttat die Rede, die zum Tod eines Mitarbeiters im Kundenservice geführt habe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte, den mutmaßlichen Täter mit der vollen Härte des Gesetzes zur Verantwortung zu ziehen. Zugleich sprach er sich für eine deutliche Stärkung des rechtlichen Schutzes von Beschäftigten in Serviceunternehmen wie der Bahn aus. Dazu gehörten eine Ausweitung des Strafrahmens sowie höhere Mindeststrafen bei Angriffen.
Solidarität aus den Bundesländern und von Gewerkschaften
Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Alexander Schweitzer und Anke Rehlinger (beide SPD), äußerten gemeinsam ihr Entsetzen über die Tat und ihr Mitgefühl mit den Angehörigen des Getöteten. Sie betonten die Notwendigkeit zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen für Beschäftigte im öffentlichen Verkehr.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief für den 4. Februar um 15:00 Uhr zu einer Schweigeminute auf. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert erklärte, die Tat müsse ein Wendepunkt im Umgang mit der Sicherheit von Bahnmitarbeitern sein. Ab dem folgenden Tag solle der politische Druck für konkrete Maßnahmen weiter erhöht werden.
Auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Mario Reiß, verwies auf einen seit Jahren anhaltenden Anstieg von Angriffen, Bedrohungen und körperlicher Gewalt gegen Beschäftigte im Bahnsektor. Viele Situationen eskalierten heute deutlich schneller als früher.
Ermittlungen laufen weiter
Gegen den Tatverdächtigen wurde ein Haftbefehl erlassen. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen der Tat dauern an. Bundesweit wird weiterhin über strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Personenverkehr diskutiert.
