Baden-Württemberg bereitet sich auf die Landtagswahl am 8. März 2026 vor. Nach fast zehn Jahren Koalitionsregierung von Grünen und CDU tritt Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht zur Wiederwahl an. Der lokale Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir führt die Partei bei der Wahl an und strebt das Amt des Regierungschefs des Landes an. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf spiegel.
Spitzenkandidaten und Chancen der Parteien
Aktuelle Umfragen zeigen, dass die CDU die Grünen um 6–8 Prozentpunkte überholt und etwa 29% der Stimmen erhält. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Manuel Hagel, strebt an, der jüngste Regierungschef in der Geschichte des Landes zu werden.
Grüne und Alternative für Deutschland (AfD) liegen nahezu gleichauf und erzielen jeweils etwa 20% Zustimmung. Baden-Württemberg hat rund 7,7 Millionen Wähler, von denen über eine Million potenziell die rechtspopulistische Partei unterstützen könnten. Die AfD führt eine aktive Kampagne unter Beteiligung des außenpolitischen Fraktionsvertreters Markus Frohnmaier. Obwohl er nicht auf der Parteiliste steht, wird er auf Wahlplakaten als möglicher „Ministerpräsident 2026“ beworben. Andere Parteien lehnen jegliche Zusammenarbeit mit ihm offen ab.
Die SPD kommt auf etwa 10%, die FDP hofft die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Die Linke könnte mit rund 7% erstmals in den Landtag einziehen, was ein beispielloses Ereignis für die Region wäre.
Neuerungen im Wahlsystem
Erstmals wird ein modifiziertes Wahlsystem angewendet: Neben der Erststimme für Direktkandidaten haben die Wähler eine Zweitstimme für Parteilisten, ähnlich wie bei den Bundestagswahlen. Außerdem wurde das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt.
Themenschwerpunkte der Kampagne
Trotz starker Positionen der Grünen konzentriert sich der Wahlkampf in Baden-Württemberg nicht nur auf Klimafragen, sondern vor allem auf Wirtschaftspolitik und Sicherheit im Land.
„Wahlkompass“ für die Bürgerinnen und Bürger
Das Instrument „Wahlkompass“ bietet 38 Thesen, mit denen die Wähler ihre Positionen den politischen Parteien gegenüberstellen können. Jede Person kann zustimmen, ablehnen oder eine These überspringen und einzelnen Themen ein besonderes Gewicht geben. Auf Basis dieser Antworten zeigt der Kompass die Parteien, die der eigenen Position am nächsten stehen.
Die Thesen werden von einem Team aus Politologen, Statistikern und Pädagogen unter Beteiligung junger Wähler und Erstwähler entwickelt. Sie basieren auf den Parteiprogrammen und Wahlmanifesten sowie auf den offiziellen Wahlversprechen der politischen Kräfte.
