In der kanadischen Provinz British Columbia kam es zu einer Schießerei an der Mittelschule der Stadt Tumbler Ridge. Den Behörden zufolge wurden mindestens zehn Menschen getötet, 27 weitere verletzt. Später entdeckten die Einsatzkräfte in einem benachbarten Haus zwei weitere Leichen. Die Ermittler prüfen, ob diese Todesfälle mit dem Angriff in der Schule zusammenhängen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Details zum Angriff und erste Erkenntnisse der Ermittler
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag an der Mittelschule Tumbler Ridge – einer kleinen Gemeinde mit rund 2.400 Einwohnern, mehr als tausend Kilometer nördlich von Vancouver. In der Schule werden etwa 175 Schüler der Klassen 7 bis 12 unterrichtet.
Der örtliche Polizeichef Ken Floyd teilte mit, dass das Motiv für den Angriff bislang unklar sei. Die Ermittler prüfen mögliche Verbindungen zwischen den Opfern und dem mutmaßlichen Täter sowie die Umstände, die dem Angriff vorausgegangen sein könnten.
Nach der Meldung über die Schüsse stürmten die Einsatzkräfte das Schulgebäude, um die Bedrohung zu lokalisieren. Während der Durchsuchung wurden sieben Leichen gefunden. Unter den Toten befindet sich der mutmaßliche Täter. Nach ersten Erkenntnissen starb er durch eine selbst zugefügte Verletzung. Eine weitere verletzte Person verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Unter den Verletzten wurden zwei Personen per Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Ihr Zustand wird als kritisch eingestuft.
Weitere Umstände und Reaktionen der Gemeinde
Später teilten die Ermittler mit, dass in einem Wohnhaus zwei weitere Leichen gefunden wurden. Nach ersten Informationen könnten diese Todesfälle mit dem Vorfall in der Schule in Zusammenhang stehen.
Den Einwohnern wurde empfohlen, zu Hause zu bleiben. Der Schulbezirk Peace River South schloss die betroffenen Mittel- und Grundschulen in Tumbler Ridge und aktivierte Sicherheitsprotokolle. Das Gelände der Schulen wurde abgesperrt.
Larry Noyfeld, Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung von British Columbia, rief die Bürger dazu auf, sich nicht dem Tatort zu nähern. Den Behörden zufolge erhalten die betroffene Gemeinde und die Familien der Opfer umfassende Unterstützung.
Medien berichteten unterschiedlich über die Identität des mutmaßlichen Täters. Einige Quellen sprachen unter Berufung auf Angehörige von seiner Geschlechtsidentität, während erste Polizeiberichte die Person als Frau identifizierten. Eine offizielle Bestätigung liegt derzeit nicht vor.
Reaktion der Regierung und Absage internationaler Reise
Der Premierminister von British Columbia, David Eby, erklärte, dass die Provinzregierung die Familien der Opfer und die Gemeinde von Tumbler Ridge in den kommenden Tagen bestmöglich unterstützen werde.
Kanadas Premierminister Mark Carney teilte mit, er sei „tief erschüttert“ über den Vorfall und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Er dankte den Rettungsdiensten für ihren Einsatz unter Lebensgefahr.
Kanadischen Medien zufolge sagte Carney seine geplante Reise nach Deutschland ab, wo er an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen sollte. Er sollte dort auch eine Eröffnungsrede halten. Der Besuch wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
Größter Angriff der letzten Jahre
Der Vorfall in Tumbler Ridge ist der tödlichste Amoklauf in Kanada seit 2020. Damals tötete ein Bewaffneter in Nova Scotia 13 Menschen; durch die damit verbundenen Brände kamen weitere neun Personen ums Leben.
Nach früheren Massakern verschärfte die kanadische Regierung die Waffengesetze, unter anderem durch ein erweitertes Verbot von Waffen, die als Sturmgewehre eingestuft werden können.
Die Ermittlungen zur Schießerei in British Columbia dauern an.
