Am 5. März wurden auf dem Gebiet Ungarns zwei Geldtransporter der staatlichen ukrainischen Bank Oschadbank gestoppt. Die Fahrzeuge transportierten Währungswerte von Österreich in die Ukraine. An Bord befanden sich sieben Mitarbeiter der Bank. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Pressedienst der Sberbank der Ukraine.
Nach Angaben des Pressedienstes der Bank handelte es sich um eine reguläre grenzüberschreitende Geldtransportoperation zwischen einer österreichischen Bank und der ukrainischen staatlichen Finanzinstitution.
Die transportierte Fracht umfasste erhebliche finanzielle Werte:
- 40 Millionen US-Dollar
- 35 Millionen Euro
- 9 Kilogramm Bankgold
Die Bank teilte mit, dass die Fahrzeuge von ungarischen Behörden ohne vorherige Erklärung angehalten wurden.
Standort der Fahrzeuge per GPS ermittelt
Nachdem der Kontakt zu der Geldtransportgruppe unterbrochen worden war, nutzte die Bank ihr GPS-Überwachungssystem, um den Standort der Fahrzeuge zu bestimmen.
Den Daten zufolge befinden sich die Transporter im Zentrum von Budapest in der Nähe einer ungarischen Sicherheitsbehörde.
Diese Information wurde auch von ukrainischen Diplomaten in Ungarn bestätigt.
Laut Quellen wurden die Geldtransporter später auf ein abgesperrtes Gelände des ungarischen Antiterrorzentrums gebracht. Diese Struktur untersteht dem Innenministerium des Landes.
Der genaue Aufenthaltsort der sieben Mitarbeiter der Geldtransportgruppe ist derzeit jedoch offiziell nicht bestätigt.
Ukraine richtet diplomatische Note an Ungarn
Das ukrainische Außenministerium teilte mit, dass eine offizielle diplomatische Note an die ungarische Seite übermittelt wurde.
Darin fordert die Ukraine eine umgehende Erklärung für die Festsetzung sowie die Freilassung der ukrainischen Staatsbürger und die Rückgabe der Geldtransporter zusammen mit den transportierten Werten.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, dass die ukrainische Regierung den Vorfall als unrechtmäßige Festsetzung ukrainischer Staatsbürger auf dem Territorium eines anderen Staates betrachtet.
Auch der Gesundheitszustand der Bankmitarbeiter sowie die Möglichkeit, Kontakt zu ihnen aufzunehmen, sind bislang unbekannt.
Nationalbank der Ukraine fordert Aufklärung
Die Nationalbank der Ukraine veröffentlichte ebenfalls eine Stellungnahme zu dem Vorfall.
Die Regulierungsbehörde forderte die ungarischen Behörden auf, eine offizielle Erklärung zu den Gründen der Festsetzung der Geldtransportgruppe abzugeben und den Aufenthaltsort der Mitarbeiter, der Fahrzeuge sowie der transportierten Vermögenswerte mitzuteilen.
Nach Angaben der Nationalbank handelte es sich um eine standardmäßige Bankpraxis des Transports von Devisen und Edelmetallen zwischen Finanzinstitutionen verschiedener Länder im Rahmen festgelegter Verfahren.
Vorfall vor dem Hintergrund politischer Spannungen
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender politischer Spannungen zwischen der Ukraine und Ungarn.
Am 5. März erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ein europäischer Staats- und Regierungschef Entscheidungen über finanzielle Unterstützung für die Ukraine blockiere. In Ungarn wurde diese Aussage als Hinweis auf Ministerpräsident Viktor Orbán interpretiert.
Daraufhin begann im Land eine politische Diskussion, an der sich auch Vertreter der Opposition beteiligten.
Am selben Tag erklärte die ungarische Regierung, sie wolle sich für die Wiederaufnahme von Lieferungen russischen Öls über die beschädigte Druschba-Pipeline einsetzen.
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