Ein massiver Erdrutsch im Süden Italiens hat zu erheblichen Störungen der Verkehrsinfrastruktur geführt und Hunderte Reisende blockiert. Betroffen ist die Region um Petacciato in Molise, wo sich ein historisch bekannter Hangrutsch erneut aktiviert hat. Nach Angaben der Behörden sind zentrale Verkehrsachsen auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Lage wurde bereits auf Regierungsebene behandelt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Мerkur.
Erdrutsch in Molise: Verkehrssystem schwer getroffen
Am 7. April wurde im Gebiet Frana di Petacciato einer der größten Erdrutsche Europas erneut aktiv. Bereits wenige Stunden nach dem Auslösen der Sensoren war klar, dass es sich um ein großflächiges geologisches Ereignis handelt, das sich von den inneren Regionen bis zur Adriaküste erstreckt.
Die regionalen Behörden bestätigten, dass zentrale Verkehrsverbindungen betroffen sind. Die Autobahn A14 ist zwischen Vasto-Süd und Termoli in beide Richtungen gesperrt. Auf mehreren Abschnitten wurden Risse und Absenkungen der Fahrbahn festgestellt. Am 7. April bildeten sich Staus von bis zu 13 Kilometern Länge, Hunderte Fahrzeuge waren ohne Ausweichmöglichkeiten blockiert.
Auch der Bahnverkehr wurde unterbrochen. Die Verbindung zwischen Bari und Pescara ist im Abschnitt Termoli – Montenero di Bisaccia eingestellt. Laut italienischen Medien haben sich die Gleise durch den Druck des Erdreichs um etwa zehn Zentimeter verschoben. Zahlreiche Passagiere strandeten an den Bahnhöfen Termoli, Vasto und Foggia.
Hunderte Menschen betroffen – Schulen geschlossen
Durch den Zusammenbruch der Verkehrsverbindungen konnten zahlreiche Reisende ihre Fahrt nicht fortsetzen. Besonders angespannt ist die Lage an wichtigen Verkehrsknotenpunkten sowie entlang der Autobahn A14, die als zentrale Nord-Süd-Achse entlang der Adriaküste gilt.
Die lokalen Behörden reagierten mit weiteren Sicherheitsmaßnahmen. In der Provinz Campobasso wurden alle Bildungseinrichtungen – von Schulen bis zur Universität Molise – geschlossen. Ziel ist es, die Belastung des Straßennetzes zu reduzieren und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Nach Angaben des Zivilschutzes erstreckt sich die Erdrutschfront über etwa vier Kilometer. Unter diesen Bedingungen sind Reparaturarbeiten derzeit nicht möglich.
Wiederherstellung könnte Monate dauern
Der Leiter des Zivilschutzes, Fabio Ciciliano, erklärte, dass eine schnelle Wiederherstellung der Infrastruktur unrealistisch sei. Es gehe nicht um Tage, sondern um Wochen oder sogar Monate.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Autobahn und Bahnstrecke in fünf bis sieben Tagen wiederhergestellt werden können, irren wir uns“, sagte er.
Solange sich der Boden weiter bewegt, sind Bau- und Reparaturmaßnahmen ausgeschlossen. Besonders problematisch ist, dass die Bahnlinie direkt durch das betroffene Gebiet verläuft.
Regierung reagiert mit Krisensitzung
Die Lage wurde auf höchster politischer Ebene behandelt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief eine Krisensitzung im Regierungssitz Palazzo Chigi ein. Daran nahmen Vertreter der Infrastrukturministerien, des Zivilschutzes sowie staatlicher Verkehrsunternehmen teil.
Die Regierung prüft die Bereitstellung erster Mittel für die Wiederherstellung der wichtigsten Verkehrswege, darunter die Autobahn A14, die Bahnlinie sowie die Staatsstraße SS16. Diese gelten als zentrale Verkehrsadern entlang der Adriaküste.
Nach Medienberichten sollen weitere Maßnahmen in den kommenden Wochen folgen, abhängig vom Ausmaß der Schäden und der weiteren Entwicklung der Lage.
Italien „faktisch in zwei Teile getrennt“
In einer offiziellen Erklärung hieß es, dass die Störungen im Verkehrsnetz das Land „faktisch in zwei Teile“ teilen. Sowohl der Straßen- als auch der Bahnverkehr sind erheblich eingeschränkt, was die Verbindung zwischen Nord- und Süditalien massiv erschwert.
Eine endgültige Bewertung der Schäden ist erst nach technischen Untersuchungen und der Stabilisierung der Lage möglich. Konkrete Zeitpläne für die vollständige Wiederherstellung der Infrastruktur wurden bislang nicht genannt.
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