Die regionale Supermarktkette Feneberg befindet sich weiterhin im Insolvenzverfahren. Bereits am 9. Januar 2026 hatte das Unternehmen beim Amtsgericht Kempten einen Antrag auf Schutz vor Zahlungsunfähigkeit gestellt. Feneberg gilt als größter unabhängiger Partner der Edeka und betreibt 72 Filialen mit rund 3000 Beschäftigten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Merkur.
Zum 1. April wurde planmäßig das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Dieses Verfahren ermöglicht es dem Unternehmen, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und gleichzeitig unter Aufsicht einen Sanierungsplan umzusetzen.
Starke regionale Ausrichtung im Süden Deutschlands
Die Filialen von Feneberg konzentrieren sich vor allem auf Süddeutschland. Standorte befinden sich im Allgäu, in Oberbayern, Schwaben sowie im Raum Bodensee. Außerhalb dieser Regionen ist die Marke kaum vertreten.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten läuft der Betrieb weiter. Nach Angaben der Unternehmensführung beliefern alle Lieferanten die Filialen weiterhin, und die Märkte sind ohne Einschränkungen geöffnet.
Hohe Schulden und strukturelle Probleme
Die Gesamtverschuldung des Unternehmens wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Intern wird darauf verwiesen, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte gestartet wurden, jedoch nicht alle konsequent umgesetzt wurden. Dies belastete die wirtschaftliche Entwicklung.
Zur Stabilisierung wurde Restrukturierungsexperte Stephan Leibold in das Management eingebunden. Er war zuvor in einer Tochtergesellschaft tätig und koordiniert nun den Sanierungsprozess sowie die Investorensuche.
Gespräche mit Investoren laufen
Seit Januar führt Feneberg Gespräche mit potenziellen Investoren. Ziel ist es, innerhalb von vier bis sechs Wochen eine tragfähige Lösung zu präsentieren, die möglichst viele Arbeitsplätze und Filialen sichert.
Als mögliche Interessenten gelten die Handelskonzerne REWE und Edeka. Nach aktuellen Informationen wird eher eine teilweise Übernahme einzelner Standorte geprüft. Eine vollständige Übernahme der gesamten Kette gilt aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben als unwahrscheinlich.
Die Unternehmensführung betont, dass die Sicherung des Geschäftsbetriebs und der Arbeitsplätze weiterhin oberste Priorität hat.
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