Samsung Electronics hat im ersten Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg seiner Finanzkennzahlen verzeichnet. Das Unternehmen meldete einen vorläufigen operativen Gewinn von 57,2 Billionen Won, was im Jahresvergleich fast einer Verachtfachung entspricht. Das Ergebnis lag deutlich über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, die mit 39,3 Billionen Won gerechnet hatten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf finance.yahoo.
Der Umsatz von Samsung belief sich im Zeitraum Januar bis März auf 133 Billionen Won und lag damit ebenfalls über der Prognose von 116,8 Billionen Won. Den vollständigen Geschäftsbericht, einschließlich des Nettogewinns und der Ergebnisse der einzelnen Sparten, will das Unternehmen am 30. April veröffentlichen.
Nach der Vorlage dieser Zahlen stieg die Samsung-Aktie am Morgen des 7. April in Seoul um 4,9 %. Auch die Papiere von SK Hynix legten um 5,3 % zu. Der Markt reagierte positiv auf die Daten, die die Befürchtungen abschwächten, wonach die Eskalation im Nahen Osten die Investitionen in Künstliche Intelligenz und Rechenzentren belasten könnte.
Die Nachfrage nach KI-Speicher wurde zum wichtigsten Wachstumstreiber
Der entscheidende Faktor für den starken Gewinnsprung war die hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für künstliche Intelligenz. Gemeint sind vor allem HBM und andere Hochgeschwindigkeitsspeicherchips, die in Server-Infrastrukturen und Rechenzentren eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Kunden zählen weiterhin Cloud-Anbieter, die ihre Investitionen in Hardware für KI-Anwendungen ausbauen.
Nach Einschätzung von Sanjeev Rana, Leiter der Research-Abteilung von CLSA Securities Korea, könnten rund 90 % des operativen Gewinns von Samsung im Quartal aus dem Speichergeschäft stammen. Er verwies zudem auf ein begrenztes Angebot sowohl bei HBM als auch bei klassischem DRAM, was die Preise und Margen der Hersteller stützt.
Samsung behauptet zusammen mit SK Hynix und Micron eine Schlüsselstellung auf dem globalen Speichermarkt. In den vergangenen Jahren haben diese Unternehmen ihre Produktion zunehmend auf HBM-Chips umgestellt, die für Beschleuniger von Nvidia und andere KI-Systeme benötigt werden. Dadurch hat sich das Angebot an herkömmlichem Speicher auf dem Markt verringert.
Das Quartalsergebnis übertraf den Gewinn des Gesamtjahres 2025
Der operative Gewinn von Samsung im ersten Quartal lag bereits über den 43,6 Billionen Won, die das Unternehmen im gesamten Jahr 2025 erzielt hatte. Das unterstreicht die Geschwindigkeit der Gewinnrückkehr in einem neuen Nachfragezyklus der Halbleiterbranche.
Ein zusätzliches Signal für den Markt lieferten die Makrodaten aus Südkorea. Laut Regierungsstatistik stiegen die Halbleiterexporte des Landes im März im Jahresvergleich um 151,4 % auf den Rekordwert von 32,8 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert gilt unter Investoren als wichtiger Indikator für die weltweite Technologienachfrage.
Analysten von Morgan Stanley schrieben in einem Bericht, Samsung befinde sich derzeit in einer Phase der kräftigen Gewinnbelebung. Aus ihrer Sicht besteht weiteres Aufwärtspotenzial, da der Markt die Folgen der begrenzten Produktionskapazitäten im Speichersegment noch nicht vollständig eingepreist hat.
Der Markt setzt weiter auf HBM4 und neue Lieferverträge
Analysten bleiben insgesamt positiv für die Perspektiven von Samsung gestimmt, obwohl es Bedenken gibt, dass neue Technologien zur Optimierung von KI-Modellen den Bedarf an teurem Speicher verringern könnten. Ein Teil des Marktes hält dieses Risiko für die kommenden Quartale jedoch noch nicht für ausschlaggebend.
Nach Einschätzung von Citigroup stieg der durchschnittliche weltweite Verkaufspreis für DRAM im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 64 %. Die Bank erwartet, dass der operative Gewinn von Samsung im Gesamtjahr 2026 auf 310 Billionen Won steigen könnte, sofern die starke Nachfrage nach KI-Lösungen die Speicherpreise weiter stützt.
Zu Beginn des Jahres hatte Samsung zudem als erstes Unternehmen mit den kommerziellen Auslieferungen der neuen HBM4-Generation begonnen. Das war ein wichtiger Schritt nach längeren Verzögerungen und Problemen bei der Zertifizierung, durch die SK Hynix zuvor seine Position im profitabelsten Segment ausbauen konnte.
Im März stellte Samsung auf der Nvidia-Konferenz GTC außerdem den neuen HBM4E-Chip vor. Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte dort, dass Samsungs fortschrittlicher 4-Nanometer-Prozess für die Produktion von Groq-3-Prozessoren genutzt werde. Darüber hinaus schloss das Unternehmen eine Vereinbarung über die Lieferung von HBM4-Chips an AMD.
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