Viele Käufer von Neuwagen in Deutschland zahlen weiterhin den vollen Listenpreis. Eine Untersuchung des ADAC zeigt jedoch, dass Händler in den meisten Fällen bereit sind, erhebliche Rabatte zu gewähren. Die Ergebnisse eines verdeckten Tests machen deutlich: Aktives Verhandeln kann Einsparungen in Höhe von mehreren Tausend Euro bringen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Chip.
Rabatte werden fast immer angeboten – aber selten aktiv eingefordert
Der ADAC testete 14 vorab konfigurierte Fahrzeugmodelle. Dabei wurden acht Autohäuser in verschiedenen Regionen Deutschlands mit konkreten Online-Angeboten konfrontiert.
Das Ergebnis:
- In fast 90 Prozent der Fälle boten Händler direkt einen Nachlass auf den Listenpreis an
- Mehr als drei Viertel der Gespräche enthielten bereits im ersten Schritt einen Rabatt
- Nur etwa 10 Prozent der Verhandlungen endeten ohne Preisnachlass
Bei erneuter Nachfrage zeigte sich zusätzlich:
- 13 Prozent der Verkäufer gewährten einen weiteren Rabatt
- 6 Prozent reduzierten den Preis sogar ein drittes Mal
Große Unterschiede: von wenigen Hundert bis über 10.000 Euro
Die Höhe der Rabatte hängt stark vom Fahrzeugtyp und Preisniveau ab.
- Beim günstigen Modell Leapmotor T03 lag der durchschnittliche Nachlass bei rund 243 Euro
- Beim höherpreisigen BMW iX1 betrug er über 11.000 Euro
Die größten prozentualen Rabatte:
Verbrenner:
- Peugeot 3008 – 18,4 % (ca. 8.413 Euro)
- MG ZS Hybrid+ – 13,3 % (ca. 3.530 Euro)
- VW Golf – 11,8 % (ca. 5.325 Euro)
Elektroautos (ohne Förderungen):
- BYD Atto 2 – 25,4 % (ca. 9.520 Euro)
- BMW iX1 – 18,8 % (ca. 11.739 Euro)
- Skoda Elroq – 14,1 % (ca. 6.966 Euro)
Staatliche Förderungen für Elektroautos wurden in der Analyse bewusst nicht berücksichtigt.
Gleiche Marke, unterschiedliche Preise: große Differenzen zwischen Händlern
Selbst innerhalb einer Marke können die Preisunterschiede erheblich sein. Beim Beispiel Toyota Corolla:
- durchschnittlicher Rabatt: rund 9 Prozent
- Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Angebot: über 21 Prozentpunkte
Bei Marken wie Mercedes-Benz, BYD und Renault waren die Preisangebote hingegen deutlich einheitlicher.
Schwacher Markt, steigende E-Auto-Nachfrage
Der deutsche Automarkt zeigt derzeit eine schwächere Entwicklung. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im Januar 2026 rund 194.000 Neuwagen zugelassen – ein Rückgang von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gleichzeitig wächst der Anteil der Elektrofahrzeuge auf etwa 22 Prozent. Diese Entwicklung beeinflusst die Preisstrategie der Händler und erhöht die Bereitschaft, insbesondere bei teureren Modellen Rabatte zu gewähren.
Zentrale Erkenntnisse der Studie
Die ADAC-Analyse zeigt:
- Viele Käufer fragen nicht aktiv nach Rabatten
- Händler sind häufig auch ohne Druck zu Preisnachlässen bereit
- Mehrfache Verhandlungen können zusätzliche Einsparungen bringen
- Unterschiede zwischen Autohäusern können erheblich sein
Ein großer Teil der Käufer in Deutschland zahlt somit mehr als notwendig – vor allem aufgrund fehlender Verhandlung.
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