Die Frage, ob man Dispersionsfarbe mit Lack überziehen kann, stellt sich häufig bei Renovierungen, wenn Oberflächen widerstandsfähiger gemacht werden sollen. In der Praxis ist die Antwort differenziert zu betrachten. Entscheidend sind die Art der Farbe, der Einsatzbereich sowie der gewählte Lack. Fachautoren des Bauportals Glavpost weisen regelmäßig darauf hin, dass eine falsche Materialkombination zu Schäden an der Beschichtung führen kann. In diesem Artikel wird erläutert, wann eine Lackierung sinnvoll ist und wann besser darauf verzichtet werden sollte. Grundlage sind technische Empfehlungen und praktische Erfahrungen aus der Innenraumgestaltung. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf newsoboz.org.
Wann ist das Lackieren von Dispersionsfarbe sinnvoll
Dispersionsfarben gelten als umweltfreundlich und leicht zu verarbeiten, weisen jedoch eine begrenzte Abriebfestigkeit auf. Ein zusätzlicher Lackauftrag kann diesen Nachteil ausgleichen, sofern er fachgerecht erfolgt. Besonders relevant ist dies in stark beanspruchten Räumen.
Klar ist: Lack verbessert nicht die Qualität der Farbe selbst, sondern schützt lediglich die vorhandene Oberfläche.
Eine Lackierung ist sinnvoll, wenn:
- die Fläche regelmäßig feucht gereinigt wird;
- die Abriebfestigkeit erhöht werden soll;
- der Glanzgrad gezielt verändert werden muss.
„Lack ist kein kosmetisches Mittel, sondern eine Schutzschicht. Er verlängert die Lebensdauer der Oberfläche, ersetzt aber keine saubere Vorbereitung“, so Innenausbau-Experten.
Welche Lacke eignen sich für Dispersionsfarbe?
Die Wahl des richtigen Lacks ist entscheidend. Nicht jeder Lack ist mit Dispersionsfarben kompatibel. Fehler führen häufig zu Rissbildung, Trübung oder Ablösung.
In der Praxis haben sich wasserbasierte Lacke bewährt, da sie der Dispersionsfarbe chemisch ähnlich sind.
Vergleich gängiger Lackarten
| Lacktyp | Verträglichkeit | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Acryllack (wasserbasiert) | Hoch | Geruchsarm, vergilbt nicht | Mittlere Strapazierfähigkeit |
| Polyurethanlack (wasserbasiert) | Mittel bis hoch | Sehr widerstandsfähig, feuchtigkeitsbeständig | Höherer Preis |
| Alkydlack | Gering | Hohe Härte | Kann Farbschicht angreifen |
Empfohlene Auswahl:
- Acryllack für Wohnräume;
- Polyurethanlack für Flure, Küchen und Kinderzimmer.
Vorbereitung der Oberfläche vor dem Lackieren
Die Vorbereitung wird häufig unterschätzt, ist jedoch entscheidend für die Haltbarkeit des Lacks. Eine unzureichend vorbereitete Fläche führt fast zwangsläufig zu Haftungsproblemen.
Die Dispersionsfarbe muss vollständig durchgetrocknet sein. Je nach Hersteller beträgt die Trocknungszeit 24 bis 72 Stunden.
Notwendige Schritte vor dem Lackauftrag
- Sicherstellen, dass die Farbschicht vollständig ausgehärtet ist.
- Oberfläche staubfrei machen (Tuch oder Staubsauger).
- Gegebenenfalls leicht anschleifen (Körnung 240–320).
- Probelackierung an unauffälliger Stelle durchführen.
Ein Probeanstrich verhindert Farbveränderungen oder Flecken.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Dispersionsfarbe lackieren
Der Lackauftrag ist technisch einfach, erfordert jedoch Genauigkeit. Zu dicke Schichten führen häufig zu ungleichmäßigen Ergebnissen.
Anleitung
- Lack vorsichtig aufrühren, ohne Luftblasen zu erzeugen.
- Erste dünne Schicht mit kurzflorigem Roller auftragen.
- Trocknungszeit laut Hersteller einhalten (meist 2–4 Stunden).
- Zweite Schicht bei Bedarf kreuzweise auftragen.
- Fläche mindestens 24 Stunden nicht belasten.
Dünne Schichten sorgen für eine gleichmäßige und langlebige Oberfläche.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Selbst hochwertige Materialien schützen nicht vor Fehlern in der Ausführung. Die meisten Schäden entstehen durch Zeitdruck oder ungeeignete Produkte.
Typische Fehler:
- Lackieren auf noch feuchter Farbe;
- Einsatz lösemittelhaltiger Lacke ohne Test;
- zu dicker Auftrag in einem Arbeitsgang;
- Arbeiten bei niedrigen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit.
Im Zweifel ist es besser, auf Lack zu verzichten, als später neu zu streichen.
Praktische Empfehlungen aus der Praxis
In vielen Wohnbereichen reicht eine scheuerbeständige Dispersionsfarbe völlig aus. Eine zusätzliche Lackierung ist nur bei erhöhter Beanspruchung sinnvoll.
Kurzempfehlungen:
- immer einen Probeanstrich durchführen;
- möglichst Lack und Farbe desselben Herstellers verwenden;
- Hochglanzlacke betonen Unebenheiten;
- optimale Verarbeitungstemperatur: +15 bis +25 °C.
Sachliche Zurückhaltung ist beim Renovieren oft die bessere Strategie.
Dispersionsfarbe kann mit Lack überzogen werden, sofern Materialwahl und Verarbeitung stimmen. Der Lack erhöht die Widerstandsfähigkeit, ist jedoch kein Allheilmittel. Entscheidend sind Nutzung, Raumklima und Untergrund. Die Praxis zeigt: Wer gezielt vorgeht, erzielt dauerhafte Ergebnisse – ohne unnötige Zusatzschichten.
