In der süditalienischen Region Kampanien ist ein Anstieg der Hepatitis-A-Fälle registriert worden, der bereits Auswirkungen auf den Tourismus hat. Das Zentrum des Ausbruchs liegt in Neapel und den umliegenden Gebieten. Die Behörden reagieren mit Einschränkungen, um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf n-tv.
Entwicklung der Fallzahlen und Ausmaß der Ausbreitung
Nach offiziellen Angaben der Stadt Neapel wurden von Januar bis Ende März 2026 insgesamt 65 Hepatitis-A-Fälle registriert. Allein im März wurden 43 neue Infektionen festgestellt. Medizinische Einrichtungen berichten von einer weiter steigenden Zahl an Patienten.
Im Krankenhaus „Ospedale dei Colli“ in Neapel werden derzeit rund 70 infizierte Personen behandelt, weitere acht Patienten befinden sich in der Notaufnahme. Neue Fälle wurden zudem außerhalb Kampaniens gemeldet – insbesondere in der Provinz Latina südöstlich von Rom, wo mindestens 24 Infektionen nachgewiesen wurden.
Mögliche Infektionsquellen
Fachleute gehen davon aus, dass die Übertragung hauptsächlich über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser erfolgt. Besonderes Augenmerk liegt auf Meeresfrüchten, die traditionell roh oder unzureichend gegart verzehrt werden.
Laut touristischen und medizinischen Quellen besteht ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Ausbruch und dem Verzehr kontaminierter Muscheln und anderer Meeresfrüchte. Eine endgültige Bestätigung der Infektionsquelle steht jedoch noch aus.

Einschränkungen für Gastronomie und Bevölkerung
Als Reaktion auf die Lage hat die Stadt Neapel ein vorübergehendes Verbot für das Servieren roher Meeresfrüchte in Restaurants verhängt. Die Maßnahme gilt auch für Straßenstände und Imbisse.
Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro. Auch der Bevölkerung wird empfohlen, auf den Verzehr roher Meeresfrüchte im privaten Bereich zu verzichten.
Risiken für Touristen und Schutzmaßnahmen
Kurz vor den Osterfeiertagen bleibt die Region ein beliebtes Reiseziel. Dennoch werden Besucher aufgefordert, grundlegende Hygieneregeln einzuhalten. Dazu gehört insbesondere der Verzicht auf rohe oder unzureichend gegarte Lebensmittel.
Hepatitis A wird überwiegend über verunreinigte Nahrung oder Wasser übertragen und kann eine Entzündung der Leber verursachen. Typische Symptome sind Fieber, Übelkeit und Gelbsucht.
Situation in Europa: Beispiel Tschechien
Ähnliche Ausbrüche wurden zuletzt auch in anderen europäischen Ländern registriert. In Tschechien wurden Ende 2025 mehr als 3000 Hepatitis-A-Fälle gemeldet – der höchste Wert seit Jahrzehnten. 36 Menschen starben infolge der Erkrankung.
Besonders betroffen waren Prag, die Mittelböhmische Region sowie das Kurgebiet Karlsbad. Einige Großveranstaltungen, darunter Weihnachtsmärkte, wurden als Risikozonen eingestuft.
Prävention und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden
In der EU stehen viele Hepatitis-A-Fälle im Zusammenhang mit Auslandsreisen. Gesundheitsbehörden empfehlen Impfungen für Risikogruppen sowie konsequente Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln.
Die wichtigste Regel lautet: Lebensmittel nur gut durchgegart oder geschält verzehren.
