Der Anstieg der Goldpreise im Laufe des Jahres wurde durch Veränderungen der realen Zinssätze sowie durch die Abschwächung des US-Dollars begünstigt. Zusätzliche Unterstützung kam von den Zentralbanken, die ihre Goldreserven kontinuierlich ausbauten. Nach Angaben der Europäische Zentralbank entfielen im Jahr 2024 mehr als 20 Prozent der weltweiten Goldnachfrage auf Zentralbanken. Ein derart hoher Anteil zählt zu den höchsten Werten der vergangenen Jahre. Marktbeobachter betonen, dass dieser Faktor den Goldmarkt auch in Phasen erhöhter Volatilität stabilisiert hat. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Тagesschau.
Zinserwartungen und geopolitische Lage
Der Analyst York Tetzlaff sieht zahlreiche Gründe dafür, dass das Goldpreisniveau hoch bleiben könnte. Sinkende Erwartungen an die Zinspolitik, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und die starke Nachfrage der Zentralbanken bildeten eine solide Grundlage für den Markt. Gleichzeitig schließt er kurzfristige Preisschwankungen nicht aus. Die Kombination dieser Faktoren macht den Goldpreis besonders sensibel für Veränderungen im globalen wirtschaftlichen Umfeld. Investoren reagieren weiterhin aufmerksam auf Signale aus der Geldpolitik der großen Volkswirtschaften.
Zölle als möglicher Auslöser für Marktbewegungen
Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage der Zentralbanken auch künftig hoch bleiben dürfte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Unsicherheit in der Handelspolitik, insbesondere im Zusammenhang mit möglichen Zöllen. Sollten sich diese Risiken verschärfen, könnte der Goldpreis überproportional reagieren. Eine ähnliche Einschätzung vertritt auch der World Gold Council in seiner aktuellen Prognose. Demnach sind bei einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums sowohl moderate als auch deutliche Preissteigerungen möglich.
Alternatives Szenario für den Goldmarkt
Gleichzeitig weist der Bericht auch auf ein gegenteiliges Szenario hin. Ein Erfolg der von der Administration von Donald Trump initiierten Wirtschaftspolitik könnte das Wachstum beschleunigen und geopolitische Risiken verringern. Dies würde voraussichtlich zu steigenden Zinssätzen und einem stärkeren Dollar führen. In einem solchen Umfeld könnte zusätzlicher Abwärtsdruck auf den Goldpreis entstehen. Analysten betonen, dass das Zusammenspiel dieser Faktoren maßgeblich für die weitere Preisentwicklung sein wird.
