Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) gehen die Ermittlungsbehörden von einem gezielt geplanten Großraub aus. Unbekannte Täter drangen in den unterirdischen Tresorraum der Bank ein und brachen dort mehr als 3.200 Schließfächer auf – rund 95 Prozent aller vorhandenen Fächer. Wie Imowell.de mit Verweis auf den Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Nach Angaben der Polizei verschafften sich die Täter über ein angrenzendes Parkhaus Zugang zum Gebäude und bohrten ein Loch durch eine massive Stahlbetonwand, um in den Sicherheitsbereich zu gelangen. Der Einbruch blieb über einen längeren Zeitraum unentdeckt, wodurch die Täter offenbar ausreichend Zeit hatten, Wertgegenstände in großem Umfang zu entwenden.
Die Ermittler schätzen den entstandenen Schaden derzeit auf bis zu 30 Millionen Euro. In den Schließfächern befanden sich unter anderem Bargeld, Schmuck, Gold, Edelmetalle sowie persönliche Dokumente. Die genaue Schadenshöhe ist noch Gegenstand laufender Ermittlungen, da viele betroffene Kundinnen und Kunden den Verlust erst nach und nach melden.
Der mutmaßliche Tatzeitraum wird auf Ende Dezember eingegrenzt. Entdeckt wurde der Einbruch erst, nachdem ein technischer Alarm ausgelöst worden war. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Täter den Tatort bereits verlassen.
Wie aus einer offiziellen Mitteilung der Polizei NRW hervorgeht, wurde inzwischen eine öffentliche Fahndung nach den Tätern sowie nach verdächtigen Fahrzeugen eingeleitet. Die Ermittlungen erfolgen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft.

In der Mitteilung bittet die Polizei ausdrücklich um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die im relevanten Zeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei den Ermittlungsbehörden zu melden.
Die Sparkasse erklärte, dass sie eng mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet. Betroffene Kundinnen und Kunden werden kontaktiert und aufgefordert, den Inhalt ihrer Schließfächer zu dokumentieren. Zudem wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.
Der Fall gilt bereits jetzt als einer der größten bekannten Schließfach-Einbrüche in Deutschland und wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Banktresoren sowie zu baulichen Schwachstellen in angrenzenden Bereichen auf.
