In der US-Präsidialverwaltung erklärte man, die offizielle Position des Weißen Hauses sei, dass Grönland Teil der Vereinigten Staaten werden müsse. Dies sagte der stellvertretende Stabschef des Präsidenten, Stephen Miller, in einem Interview mit dem US-Sender CNN. Seinen Worten zufolge wird die Frage in Washington als Bestandteil der nationalen und der Bündnissicherheit betrachtet. Zugleich betonte er, dass es dabei um politische und diplomatische Gespräche gehe. Das Thema Grönland gilt in den USA als strategisch bedeutend für die gesamte Arktisregion. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf CNN.
Haltung des Weißen Hauses zu einem möglichen militärischen Szenario
Stephen Miller erklärte, der Einsatz militärischer Gewalt zur Änderung des Status Grönlands werde nicht als notwendig angesehen. Niemand werde mit den Vereinigten Staaten um die Zukunft der Insel Krieg führen, sagte er. Gleichzeitig wich er einer direkten Antwort auf die Frage aus, ob ein militärisches Eingreifen vollständig ausgeschlossen sei. Der Vertreter des Weißen Hauses betonte zudem die zentrale Rolle der USA im Sicherheitssystem der NATO. Именно dadurch, so Miller, erkläre sich das Interesse Washingtons an der Arktis.
Zweifel der USA an den Ansprüchen Dänemarks
In seiner Stellungnahme stellte Miller infrage, auf welcher Grundlage Dänemark Grönland als eigenes Territorium betrachtet. Er fragte öffentlich, worauf sich diese Ansprüche stützten und warum die Insel weiterhin als dänische Kolonie angesehen werde. Im Weißen Haus wird betont, dass die Sicherheit der Arktisregion unmittelbar mit den Interessen der NATO verbunden sei. In diesem Zusammenhang wird die Kontrolle über Grönland als Teil einer umfassenderen Verteidigungsstrategie gesehen. Deshalb, so Miller, werde die Frage von den USA „als Staat diskutiert“.
Symbolische Signale und Trumps Erklärung
Vor einigen Tagen veröffentlichte die Ehefrau von Stephen Miller in dem sozialen Netzwerk X eine Karte Grönlands, eingefärbt in den Farben der US-Flagge. Begleitet wurde das Bild von dem kurzen Kommentar „Bald“. Später erklärte auch Donald Trump öffentlich, dass die Vereinigten Staaten Grönland aus Verteidigungsgründen benötigten. Dabei sprach er nicht direkt von der Vorbereitung einer militärischen Operation. In Washington wird betont, dass es in erster Linie um strategische Interessen gehe.
Wie sich die Idee zu Grönland entwickelte
Bereits 2019, während seiner ersten Amtszeit, schlug Donald Trump erstmals vor, Grönland zu kaufen. Die Insel gehört zum Königreich Dänemark, verfügt jedoch über eine weitgehende Autonomie. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus griff Trump diese Idee erneut öffentlich auf. Er begründete sie mit der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Bedeutung für die USA. Zudem schloss er wirtschaftlichen oder militärischen Druck in Bezug auf Grönland nicht aus.
Reaktion Dänemarks und Position Grönlands
Nach den Erklärungen aus Washington kündigte die dänische Regierung eine Verstärkung der Verteidigung der Insel an. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, sie könne sich nicht vorstellen, dass die USA militärische Gewalt gegen Grönland einsetzen würden. Sie betonte, dass allein die Bevölkerung Grönlands über ihre Zukunft entscheiden könne. Der grönländische Regierungschef Múte Egede erklärte im Januar 2025, die Insel gehöre den Grönländern. Seinen Worten zufolge wollten sie weder Teil Dänemarks noch der USA sein.
Neue Aussagen und Appelle an die Bevölkerung der Insel
Im März schloss Donald Trump eine Annexion Grönlands erneut nicht aus. Er wandte sich offen an die Bewohner der Insel und rief sie dazu auf, einen Anschluss an die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Washington sei bereit, Milliarden Dollar zu investieren, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, sagte er. Dabei sprach er von wirtschaftlichem Wachstum und neuen Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Aussagen haben die internationale Debatte über die Zukunft Grönlands erneut verschärft.
