In den Niederlanden sind zu Beginn des Jahres 2026 strenge Beschränkungen für die Haltung bestimmter Katzenrassen in Kraft getreten, die als besonders anfällig für gesundheitliche Probleme gelten. Betroffen sind Katzen mit geknickten Ohren, darunter die Scottish Fold, sowie haarlose Katzen wie der Sphynx. Seitdem ist es im Land verboten, diese Tiere zu züchten, zu verkaufen oder zu kaufen. Verstöße gegen die neuen Regeln können mit einer Geldstrafe von bis zu 1.500 Euro geahndet werden. Zudem dürfen diese Katzen weder an Ausstellungen noch an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Instagram.
Warum die Niederlande Sphynx- und Katzen mit geknickten Ohren verboten haben
Die Entscheidung der Behörden stützt sich auf Gutachten von Tierärzten und Tierschutzorganisationen, die seit Jahren auf gravierende Gesundheitsprobleme dieser Rassen hinweisen. Katzen mit geknickten Ohren tragen eine genetische Mutation, die nicht nur die Ohrform betrifft, sondern die gesamte Knorpelstruktur des Körpers. In vielen Fällen führt dies zu schweren Gelenkerkrankungen, chronischen Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit. Internationale Zuchtverbände warnen daher schon lange vor einer unkontrollierten Vermehrung dieser Tiere.
Auch haarlose Katzen wie der Sphynx weisen zahlreiche physiologische Besonderheiten auf, die ihre Lebensqualität beeinträchtigen können. Aufgrund des fehlenden Fells haben sie Schwierigkeiten bei der Regulierung ihrer Körpertemperatur und sind anfälliger für Unterkühlung oder Überhitzung. Hinzu kommen häufige Probleme mit Haut und Ohren, während das Fehlen von Schnurrhaaren ihre sensorischen Fähigkeiten einschränkt.
Welche Regeln für Katzenhalter in den Niederlanden gelten
Das Gesetz sieht keine sofortige Abgabe oder Beschlagnahmung von Tieren vor, die sich bereits im Besitz von Haltern befinden. Katzen mit geknickten Ohren und haarlose Katzen dürfen weiterhin gehalten werden, sofern nachgewiesen werden kann, dass sie vor dem 1. Januar 2026 geboren wurden. Voraussetzung ist zudem eine verpflichtende Mikrochip-Kennzeichnung, mit der Herkunft und Alter des Tieres bestätigt werden. Unter diesen Bedingungen dürfen die Katzen ihr natürliches Lebensende erreichen.
Gleichzeitig gelten Halter von Tieren, die nach diesem Stichtag geboren wurden, automatisch als Gesetzesverstöße. In solchen Fällen drohen Geldstrafen, und die zuständigen Behörden sind berechtigt, Kontrollen durchzuführen. Auch rechtmäßig gehaltene Tiere dieser Rassen dürfen nicht an Ausstellungen oder öffentlichen Events teilnehmen.
Genetische Risiken und Zuchtregeln
Bereits vor dem aktuellen Verbot galten auf internationaler Ebene strenge Vorgaben für die Zucht von Faltohrkatzen. Insbesondere die Verpaarung zweier Faltohrkatzen war untersagt, da dies fast zwangsläufig zu schweren Erkrankungen des Bewegungsapparates, darunter die Osteochondrodysplasie, führt. Als zulässig galt ausschließlich die Kreuzung einer Faltohrkatze mit einer Katze mit normalen, aufrechten Ohren. Selbst bei Einhaltung dieser Regeln benötigen die Tiere eine spezielle Ernährung, eine konsequente Gewichtskontrolle und regelmäßige tierärztliche Betreuung.
Was über die Rasse Sphynx bekannt ist
Haarlose Katzen existieren in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Herkunft. Einige dieser Linien wurden auf dem Gebiet der Russischen Föderation gezüchtet, andere entstanden in Kanada. Die bekannteste Variante ist der Canadian Sphynx, der 1966 infolge einer natürlichen Mutation in Kanada auftauchte. Diese Katzen besitzen eine hautähnliche Oberfläche, die sich samtig anfühlt und besonders am Kopf und Hals stark gefaltet ist. Trotz ihres außergewöhnlichen Aussehens zählen gerade diese körperlichen Merkmale zu den Gründen, weshalb Sphynx-Katzen als gesundheitlich besonders anfällig gelten.
Werden Sphynx- und Faltohrkatzen auch in Deutschland verboten
Die Entscheidung der Niederlande hat in anderen europäischen Ländern bereits Diskussionen ausgelöst, darunter auch in Deutschland. Dort steht der Tierschutz ebenfalls stark im Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Konkrete Beschlüsse über ein vergleichbares Verbot gibt es bislang nicht. Fachleute schließen jedoch nicht aus, dass das niederländische Vorgehen langfristig Auswirkungen auf die Gesetzgebung in weiteren EU-Staaten haben könnte.
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