Die Einzelhandelskette Feneberg, die seit Jahren eng mit Edeka zusammenarbeitet, ist zahlungsunfähig. Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Kempten hat offiziell einen Insolvenzantrag gestellt und Schutz nach dem Insolvenzrecht beantragt. Dies bestätigten Unternehmensvertreter sowie regionale Medien. Feneberg zählt zu den bekanntesten Handelsketten in der Region Allgäu. Die Nachricht hat in Süddeutschland für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Т-online.
Von der Insolvenz sind rund 3000 Beschäftigte und mehr als 70 Filialen betroffen. Die Supermärkte von Feneberg befinden sich im Allgäu, in Schwaben, Oberschwaben, Oberbayern, in der Bodenseeregion sowie im Kleinwalsertal. Nach Angaben des Unternehmens bleiben alle Märkte vorerst geöffnet. Die Auszahlung der Löhne ist aktuell gesichert. Dennoch ist die Zukunft zahlreicher Standorte ungewiss.
Insolvenzverfahren und Pläne zur Sanierung
Feneberg will das Insolvenzverfahren als Chance für eine wirtschaftliche Neuausrichtung nutzen. Vorgesehen ist ein Verfahren in Eigenverwaltung, bei dem die bestehende Geschäftsführung weiterhin das Unternehmen leitet. Gleichzeitig unterliegt sie der Aufsicht des Gerichts und eines bestellten Sachwalters. Zuständig ist das Amtsgericht Kempten. Ziel des Verfahrens ist es, die finanzielle Lage zu stabilisieren und die Filialstruktur zu überprüfen.
Ursachen der finanziellen Probleme
Die Unternehmensführung nennt mehrere Gründe für die aktuelle Krise. Dazu zählen anhaltende Verluste, hohe Pensionsverpflichtungen sowie strukturelle Schwächen im Filialnetz. Zusätzlich wirkten sich die Folgen der Insolvenz der früheren Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods belastend aus. In der Summe führten diese Faktoren zu einer zunehmenden finanziellen Schieflage. Das Unternehmen räumt ein, die Situation aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen zu können.
Rolle des Gerichts und vorläufige Aufsicht
Im Rahmen des Verfahrens wurde ein externer Experte eingesetzt. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht den Insolvenzfachmann Martin Hörmann. Er soll die wirtschaftlichen Maßnahmen überwachen und den Sanierungsprozess begleiten. In den kommenden Wochen werden entscheidende Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt. Die gerichtliche Kontrolle soll Transparenz schaffen und die Interessen von Gläubigern und Beschäftigten schützen.
Stellungnahme der Unternehmensleitung
Geschäftsführerin Amelie Feneberg wandte sich in einer internen Mitteilung an die Belegschaft. Sie erklärte, der Schritt sei dem Unternehmen nicht leichtgefallen, unter den gegebenen Umständen jedoch unvermeidbar gewesen. Die Eigentümerfamilie stehe geschlossen hinter dieser Entscheidung. Zugleich verwies das Unternehmen auf die enge Verbindung zur Edeka-Gruppe. Der Konzern hatte zuvor Kredite in zweistelliger Millionenhöhe bereitgestellt, die jedoch nicht ausreichten, um die wirtschaftliche Lage dauerhaft zu stabilisieren.
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