Die wirtschaftlichen Probleme der Feneberg Lebensmittel GmbH wirken sich unmittelbar auf die finanzielle Lage von Edeka Südbayern aus. Nach Angaben aus Branchenkreisen könnten dem Regionalverbund im ungünstigsten Fall Verluste von bis zu 30 Millionen Euro entstehen. Dabei geht es nicht nur um ein nachrangiges Darlehen in Höhe von rund 20 Millionen Euro, sondern auch um offene Forderungen aus Warenlieferungen. Offizielle Stellungnahmen seitens Edeka zu den konkreten Beträgen liegen bislang nicht vor. Das Ausmaß möglicher Abschreibungen wird jedoch bereits als erheblich für den Jahresabschluss eingeschätzt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Сhip.
Schutzschirmverfahren und Selbstverwaltung
Nach dem Insolvenzantrag leitete das Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren mit Elementen der Selbstverwaltung ein. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Martin Hörmann bestellt. Die operative Leitung des Unternehmens verbleibt bei Geschäftsführer Stefan Leibold sowie Mitgesellschafterin Amelie Feneberg. Sie führen das Unternehmen weiterhin im Rahmen der gerichtlichen Vorgaben. Dieses Verfahren sieht vor, den laufenden Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und parallel ein Sanierungskonzept zu erarbeiten.
Fortbetrieb der Märkte und Situation der Beschäftigten
Trotz der eingeleiteten Insolvenzverfahren betont Feneberg die uneingeschränkte Fortführung des Geschäftsbetriebs. Der Verkauf in allen Filialen läuft nach Unternehmensangaben ohne Einschränkungen weiter. Auch die Löhne der Beschäftigten gelten derzeit als gesichert. Insgesamt sind rund 3000 Mitarbeiter sowie etwa 75 Standorte von dem Verfahren betroffen. Ziel der aktuellen Maßnahmen ist es, den operativen Betrieb vollständig zu stabilisieren.
Auswirkungen auf den Jahresabschluss von Edeka
Edeka Südbayern rechnet bereits mit spürbaren Belastungen im Jahresabschluss 2025. Die Situation wird zusätzlich durch den intensiven Preiswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel verschärft. Der externe Umsatz des Verbunds liegt bei über 500 Millionen Euro. Das entspricht etwa einem Prozent des gesamten Nettoumsatzes aller selbstständigen Kaufleute und konzerneigenen Supermärkte. Mögliche Wertberichtigungen könnten die finanziellen Kennzahlen deutlich beeinflussen.
Unklare Eigentumsverhältnisse und Vertragsprüfung
Wie es mit der Zugehörigkeit von Feneberg zur Edeka-Organisation weitergeht, ist derzeit offen. Mit Beginn des Insolvenzverfahrens werden sämtliche vertraglichen Vereinbarungen überprüft. Ob Feneberg auch nach Abschluss des Verfahrens Teil der Edeka-Struktur bleibt, ist ungewiss. Diese Entscheidung hängt maßgeblich von den Gesprächen mit Gläubigern und potenziellen Investoren ab. Konkrete Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.
Investorensuche und Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Die Gläubiger haben eine große Unternehmensberatung mit der Organisation eines strukturierten Investorenprozesses beauftragt. Bereits nach dem verlustreichen Geschäftsjahr 2017/18 hatte sich Feneberg im Zuge einer Sanierung enger an Edeka Südbayern angenähert. Nach Angaben der Unternehmensführung sind die damals bereitgestellten Mittel jedoch vollständig aufgebraucht. Als Gründe für die aktuelle Krise nennt Feneberg hohe Pensionsverpflichtungen, strukturelle Schwächen im Filialnetz sowie die Folgen der Insolvenz der früheren Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods.
