Berlin bereitet ein neues Bundesförderprogramm für Elektromobilität mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro vor. Die Mittel sollen gleichzeitig dem Klimaschutz dienen, die Nachfrage nach Elektroautos ankurbeln und die angeschlagene deutsche Automobilindustrie unterstützen. Die Initiative soll den Umweltbonus ersetzen, der 2023 überraschend gestrichen wurde und massive Verunsicherung ausgelöst hatte. Damals fiel die Entscheidung vor dem Hintergrund angespannter Haushaltslagen und traf den Markt unvorbereitet. Die Folgen waren deutlich spürbar: Die Verkaufszahlen von Elektroautos brachen ein, das Vertrauen der Verbraucher wurde nachhaltig beschädigt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Тagesschau.
Warum sich das neue Modell vom alten unterscheidet
Das neue Fördersystem ist deutlich sozialer ausgerichtet. Geplant ist ein gestuftes Modell, das sicherstellen soll, dass Gelder aus dem Klima- und Transformationsfonds nicht in erster Linie wohlhabenden Käufern zugutekommen. Ziel ist es, staatliche Mittel nicht länger indirekt für die Ausstattung beheizter Doppelgaragen gutverdienender Haushalte zu verwenden. Stattdessen soll die Förderung jene erreichen, für die der Umstieg auf ein Elektroauto ohne staatliche Unterstützung kaum realistisch ist. Auf diese Weise will die Bundesregierung verlorenes Vertrauen nach dem abrupten Kurswechsel der vergangenen Jahre zurückgewinnen.
Auswirkungen auf die Klimapolitik
Aus klimapolitischer Sicht bleibt das Bild zwiespältig. Einerseits könnten die neuen Subventionen dazu beitragen, die Verbreitung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen, deren Anteil am deutschen Fahrzeugbestand weiterhin relativ gering ist. Das würde helfen, die Emissionsziele im Verkehrssektor besser zu erreichen, der seit Jahren hinter den Vorgaben zurückbleibt. Andererseits sieht das Programm auch Förderungen für Plug-in-Hybride vor. Kritiker weisen darauf hin, dass diese Fahrzeuge im Alltag häufig kaum umweltfreundlicher sind als Autos mit Verbrennungsmotor.
Unterstützung der Autoindustrie und Risiken für den Haushalt
Offen ist zudem, ob das Programm der deutschen Automobilindustrie tatsächlich hilft. Bislang hat die Bundesregierung darauf verzichtet, Fördermittel strikt auf europäische Hersteller zu begrenzen. Gleichzeitig gewinnen chinesische Marken zunehmend Marktanteile in Deutschland. In Berlin wächst die Sorge, dass ein erheblicher Teil der Mittel aus dem Klimafonds letztlich beim Kauf ausländischer Fahrzeuge landet. In diesem Fall könnte der politische Druck steigen, die Förderbedingungen nachzuschärfen und die Vergabekriterien deutlich zu verschärfen.
