Zu Beginn der Woche wurden Bewohner zahlreicher Regionen in Baden-Württemberg Zeugen eines seltenen Naturereignisses: Nordlichter. Am Nachthimmel zeigten sich rötliche, rosafarbene und grünliche Lichtschleier, die teils nur wenige Sekunden, teils mehrere Minuten sichtbar waren. Das ungewöhnliche Schauspiel zog die Aufmerksamkeit von Menschen in Städten ebenso wie in ländlichen Gebieten auf sich. Viele Beobachter gaben an, ein solches Phänomen in diesen Breitengraden noch nie zuvor gesehen zu haben. Fotos und Videos verbreiteten sich rasch über soziale Netzwerke. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf SWR.
In welchen Regionen das Phänomen sichtbar war
Sichtungen der Nordlichter wurden aus unterschiedlichen Teilen des Bundeslandes gemeldet. Beobachtet wurden sie unter anderem in den Regionen Böblingen, Nagold, Deizisau, Karlsruhe, Reutlingen und Esslingen. Auch aus der Umgebung von Bodman am Bodensee sowie aus höheren Lagen des Schwarzwalds gingen Meldungen ein. Besonders gut sichtbar war das Leuchten laut Augenzeugen an erhöhten Standorten und fernab starker Lichtverschmutzung. In einigen Gegenden traten die Lichterscheinungen erst gegen Mitternacht auf und verschwanden anschließend allmählich.
Beobachtungen und Berichte von Augenzeugen
Augenzeugen beschrieben die Nordlichter als sanfte Lichtbänder, die sich langsam über den Himmel bewegten. In manchen Regionen erinnerten sie an durchscheinende Vorhänge, die ihre Farbe wechselten. Die Intensität des Phänomens variierte je nach Standort und Wetterbedingungen deutlich. Während das Leuchten in einigen Orten mit bloßem Auge gut erkennbar war, ließ es sich andernorts nur auf Fotos mit längerer Belichtungszeit festhalten. Innerhalb kurzer Zeit gingen mehrere Hundert Meldungen zu den Beobachtungen ein.
Ursachen für das Auftreten der Nordlichter
Nach Angaben der Wetterdienste wurde das seltene Schauspiel durch einen starken geomagnetischen Sturm ausgelöst. Dieser entstand infolge einer intensiven Sonneneruption, nach der geladene Teilchen ungewöhnlich schnell die Erde erreichten. Durch die Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld wurden diese Teilchen in Richtung der Pole gelenkt und trafen dort auf Moleküle in den oberen Atmosphärenschichten. Dabei begannen diese zu leuchten und erzeugten die typischen farbigen Erscheinungen am Himmel. Je stärker die Sonnenaktivität, desto weiter südlich können Nordlichter sichtbar werden.
Ausmaß des geomagnetischen Ereignisses
Der geomagnetische Sturm erreichte Berichten zufolge eine sehr hohe Intensität, die als selten gilt. Solche Ereignisse können nicht nur atmosphärische Effekte hervorrufen, sondern auch technische Systeme beeinflussen. Fachleute wiesen auf mögliche Störungen bei Satellitenverbindungen und Navigationssystemen hin. Die Nordlichter selbst waren jedoch nur von kurzer Dauer und in den meisten Regionen weniger als eine Stunde zu sehen. Für die folgenden Nächte wird die Wahrscheinlichkeit weiterer Sichtungen als gering eingeschätzt, Überraschungen bei anhaltender Sonnenaktivität sind jedoch nicht ausgeschlossen.
