Rofu Kinderland, einer der großen deutschen Händler für Spielwaren und Kinderartikel, hat einen Insolvenzantrag im Rahmen der Eigenverwaltung gestellt. Betroffen ist eine Kette, die in sieben Bundesländern aktiv ist und 104 Filialen betreibt. Das Unternehmen betont, dass der Betrieb zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen soll. Die Läden sollen geöffnet bleiben und der Verkauf normal weitergehen. Parallel kündigt die Geschäftsführung an, aktiv nach einem neuen Investor zu suchen, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Was zum Start des Verfahrens bekannt ist
Nach den veröffentlichten Informationen hat das Amtsgericht Idar-Oberstein am 19. Januar ein vorläufiges Verfahren eingeleitet. Das Unternehmen bestätigte den Schritt und stellte klar, dass es sich um ein Verfahren in Eigenverwaltung handelt. In dem Zusammenhang wird auch die Größenordnung genannt: Rund 2.000 Menschen arbeiten für die Kette. Rofu Kinderland gilt als einer der größten spezialisierten Spielwaren- und Kinderartikelhändler im Südwesten Deutschlands. Auslöser sind finanzielle Schwierigkeiten, die nun über ein Sanierungsverfahren aufgefangen werden sollen.
Wer den Prozess begleitet und wie er organisiert ist
Als vorläufige Sachwalterin wurde Annemarie Donaut eingesetzt, die das Verfahren in den kommenden Monaten im Interesse der Gläubiger begleiten soll. Ihre Aufgabe ist es, die Eigenverwaltung zu überwachen und sicherzustellen, dass die Rechte der Gläubiger gewahrt bleiben. Zugleich bleibt die operative Steuerung weiterhin bei der Unternehmensleitung. Die Eigenverwaltung wird in diesem Zusammenhang als Möglichkeit beschrieben, dem Unternehmen eine Perspektive zu geben. Ziel ist nicht die sofortige Stilllegung, sondern eine geordnete Sanierung unter laufendem Betrieb. Genau dieses Konstrukt soll Spielraum schaffen, um tragfähige Lösungen zu finden.
„Die Eigenverwaltung gibt dem Unternehmen eine Zukunftsperspektive“, sagte die vorläufige Sachwalterin Annemarie Donaut.
Plan des Unternehmens: Filialen erhalten und Investor finden
Die Geschäftsführung von Rofu Kinderland erklärt, sie wolle das Unternehmen und alle 104 Filialen langfristig sichern. Dafür läuft nach Angaben der Beteiligten bereits die Suche nach einem neuen Investor, der finanziell und strukturell unterstützen könnte. Die Geschäftsführer Michael Fuchs und Michael Eddl bleiben demnach in ihren Funktionen und sollen von Sanierungs- und Restrukturierungsexperten begleitet werden. Ein Sanierungsplan sei in den vergangenen Monaten erarbeitet worden und soll nun als Grundlage für die nächsten Schritte dienen. Gleichzeitig wird betont, dass man die Standorte nicht kurzfristig aufgeben wolle. Der Fokus liegt ausdrücklich auf dem Erhalt des Netzes und einer Stabilisierung der Finanzierung.
Welche Gründe für die finanzielle Schieflage genannt werden
Das Unternehmen nennt mehrere Ursachen, die zusammen den Druck auf die Zahlen erhöht haben sollen. Als wichtiger Punkt wird ein schwaches Weihnachtsgeschäft genannt, das im Spielwarenhandel üblicherweise eine zentrale Rolle für Umsatz und Ergebnis spielt. Zusätzlich verweist die Leitung auf gestiegene Kosten, die die Marge weiter belasten. Ein dritter Faktor ist eine allgemein zurückhaltende Kauflaune, die sich in Frequenz und Warenkörben bemerkbar mache. Diese Kombination habe die Lage so zugespitzt, dass ein Verfahren nötig geworden sei. Die genannten Gründe werden als zentrale Treiber der aktuellen Krise beschrieben.
Was Kunden und Beschäftigten zugesichert wird
Rofu Kinderland erklärt, die Insolvenz solle zunächst keine unmittelbaren Folgen für den laufenden Betrieb haben. In der Mitteilung heißt es, die Filialen blieben zu den üblichen Zeiten geöffnet und die Abläufe würden ohne Einschränkungen fortgesetzt. Gleichzeitig wird zur Personalsituation eine konkrete Zusage gemacht: Die Löhne und Gehälter von 1.970 Beschäftigten seien für die kommenden drei Monate über Insolvenzgeld abgesichert. Das soll nach Darstellung des Unternehmens zunächst Stabilität in der Übergangsphase schaffen. Zudem wird in dem Zusammenhang ein Bonusprogramm erwähnt: Seit dem 1. Oktober 2025 können Kundinnen und Kunden für Einkäufe in mehr als 100 ROFU-Märkten PAYBACK Punkte sammeln, und in den nächsten Wochen auch im Online-Shop.
„Unsere Märkte bleiben wie gewohnt geöffnet, und der Geschäftsbetrieb läuft in allen Filialen ohne Einschränkungen weiter“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.
Rofu Kinderland in Zahlen und Fakten
Rofu Kinderland wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz. Das Unternehmen gibt an, rund 20.000 Artikel zu führen, darunter Spielwaren, Kinderartikel, Bastelbedarf und Schulbedarf. Das Filialnetz umfasst 104 Standorte in sieben Bundesländern, was die Kette in ihrer Region zu einem der großen Spezialanbieter macht. Im Mittelpunkt der nächsten Monate stehen die Umsetzung des Sanierungsplans und die Gespräche mit möglichen Investoren. Der weitere Verlauf des Verfahrens wird sich daran messen lassen, ob Finanzierung und Struktur dauerhaft gesichert werden können. Bis dahin setzt das Unternehmen darauf, den Betrieb stabil weiterzuführen und Zeit für die Restrukturierung zu gewinnen.
