Das Bundesministerium für Wirtschaft beabsichtigt, in Kürze ein neues Arbeitszeitsystem einzuführen, das wöchentliche Höchstarbeitszeiten anstelle der bisherigen Tageslimits vorsieht. Nach Angaben des Ministeriums soll dies das Arbeitskräftepotenzial effizienter nutzen und den Tourismussektor stärken. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Plan für den Übergang zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit
Laut der neuen Tourismusstrategie soll der Acht-Stunden-Arbeitstag durch eine maximale Wochenarbeitszeit ersetzt werden. Der Regierungsbeauftragte für Tourismus, Christoph Ploss, erklärte, dass die entsprechende Gesetzesänderung noch in diesem Jahr erwartet wird. Die Reform soll kleinen und mittleren Unternehmen mehr Flexibilität bieten, da unregelmäßige Arbeitszeiten im Tourismus- und Gastgewerbe üblich sind.
Aktuelle Regelungen und Koalitionsvereinbarungen
Derzeit dürfen Arbeitnehmer in Deutschland maximal acht Stunden pro Tag arbeiten, mit einer Ausnahme von bis zu zehn Stunden, sofern eine spätere Kompensation erfolgt. Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD sah bereits die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vor, die laut Wirtschaftsministerium auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.
Steuerliche Anreize und Beschäftigungsförderung
Die Tourismusstrategie sieht Steuerbefreiungen für Überstundenvergütung sowie Steuererleichterungen für einmalige Prämien von Teilzeitbeschäftigten vor. Ziel ist es, zusätzliches Arbeitskräftepotenzial zu erschließen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Tourismusbranche reagierte positiv: Laut DRV und dem Bundesverband der deutschen Tourismusindustrie schaffen diese Maßnahmen Planungssicherheit für den gesamten Sektor.
Infrastrukturmaßnahmen und Integration staatlicher Programme
Erstmals bündelt die Strategie alle staatlichen Maßnahmen im Tourismus unter dem gemeinsamen Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Reiseziel zu erhöhen. Dazu gehören Verbesserungen im Verkehr, Investitionen in Bahn-, Straßen- und Wasserwege sowie der Ausbau von Rad- und Fußwegen, Ladeinfrastruktur und Barrierefreiheit.
Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, betonte die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes und zusätzlicher Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.
Kritik von den Grünen
Gleichzeitig bezeichneten Vertreter der Grünen die Strategie als „oberflächliche Zusammenstellung von Zielen und Maßnahmen, die bereits angekündigt oder umgesetzt wurden“. Stefan Schmidt wies darauf hin, dass alle Projekte finanzielle Zustimmung benötigen und die Pläne zur Arbeitsplatzsicherung das Problem des Fachkräftemangels nicht lösen. Er äußerte Zweifel an der Wirksamkeit der Abschaffung des Acht-Stunden-Tages und betonte die Risiken, die sich aus dem Fokus auf den Flugverkehr in Zeiten der Klimakrise ergeben.
