Das französische Unternehmen Danone hat den Rückruf von mindestens drei Chargen der Babymilch Aptamil in Deutschland angekündigt. Wie Reuters unter Berufung auf ein Schreiben des Unternehmens an einen Großhändler am Donnerstag berichtet, bestätigte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dass bestimmte Chargen betroffen sind. Die betroffenen Produkte wurden zwischen Mai und August 2025 hergestellt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Hintergrund des Rückrufs
Der Rückruf erfolgt im Zuge eines größeren Skandals um mögliche Kontamination mit dem Toxin Cereulid. Die Substanz kann Übelkeit und Erbrechen auslösen und wurde in einem aus China stammenden Inhaltsstoff gefunden. Der Skandal begann im Januar, als Nestlé Chargen seiner Babymilch in etwa 60 Ländern wegen Verdachts auf Kontamination zurückrief. Laut Foodwatch war das Unternehmen bereits Wochen vor dem öffentlichen Rückruf über die Gefahr informiert.
In Deutschland und Österreich erfolgte der Rückruf weitgehend ohne öffentliche Bekanntmachung. Weitere französische Hersteller wie Lactalis und Danone stehen ebenfalls unter Verdacht. In Frankreich wird ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Tod von zwei Säuglingen und den zurückgerufenen Produkten untersucht. Acht französische Familien und die Verbraucherorganisation Foodwatch haben Klagen eingereicht.
Reaktionen der Verbraucher
Laut Foodwatch meldeten besorgte Eltern in Deutschland Verdauungsprobleme ihrer Kinder nach dem Konsum der Babymilch. Foodwatch-Geschäftsführer Chris Metmann erklärte, dass die Hersteller und Behörden die kontaminierten Produkte oft „still und heimlich“ aus den Regalen nahmen, anstatt die Eltern umfassend zu informieren. Hersteller von Babynahrung sind gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten.
Danone kündigte den Rückruf auf ausgewählten Märkten an, ohne jedoch Länder oder Marken zu nennen. In den letzten zwei Wochen haben die Aktien des Unternehmens rund 13 % ihres Wertes verloren.
