Die Preise für Edelmetalle, die über mehrere Monate hinweg kontinuierlich gestiegen waren, sind in den letzten Tagen deutlich gesunken. Die Feinunze Gold (ca. 31,1 Gramm) fiel am Freitag vorübergehend auf 4700 US-Dollar, nachdem sie am Vortag ein Rekordhoch von 5595 US-Dollar erreicht hatte. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf spiegel.
Die Lage auf dem Silbermarkt war noch dramatischer: Die Feinunze erreichte kürzlich 121,65 US-Dollar, sank jedoch bis Freitag um etwa 30 Prozent und fiel unter 85 US-Dollar.
Einfluss personeller Veränderungen auf den Markt
Als Hauptursache gilt die Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank (Federal Reserve System). Präsident Donald Trump schlug ihn als Nachfolger von Jerome Powell vor. Diese Nachricht sorgte an den Finanzmärkten für Unsicherheit über die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik. Zuvor hatten Erwartungen sinkender Zinssätze den Anstieg der Edelmetallpreise unterstützt.
Der Commerzbank-Experte Thu Lan Nguyen weist darauf hin, dass trotz des Führungswechsels die Ziele der Geldpolitik unverändert bleiben: „Es ist wahrscheinlich, dass die fundamentalen geldpolitischen Zielsetzungen bestehen bleiben.“
Geopolitische Risiken stützen den Markt
Zusätzlichen Druck auf den Edelmetallmarkt übt die zunehmende geopolitische Spannung aus. So warnte US-Außenminister Marco Rubio Iran vor möglichen präventiven Militäraktionen, sollte eine Bedrohung für US-Anlagen bestehen.
Gold gilt nach wie vor als sicherer Hafen in Krisenzeiten, während Silber nicht nur für Investitionen, sondern auch für die Industrie, einschließlich künstlicher Intelligenz, Robotik und Energiesektor, von Bedeutung ist.
Prognosen und Preisbereinigung
Analysten gehen davon aus, dass der aktuelle Preisrückgang bei Edelmetallen eher eine Gewinnmitnahme nach dem starken Anstieg darstellt und keine fundamentale Marktänderung widerspiegelt. Es wird erwartet, dass die Fed die Preisentwicklung genau beobachten wird, was die Goldpreise auf relativ hohem Niveau stabilisieren könnte.
