Der Mann, bekannt aus dem sogenannten „Idiotenskandal“, Stefan Nihoff, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Mehreren Medienberichten zufolge war ein Schlaganfall die Todesursache. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Hintergrund des Falls
Der ehemalige Bundeswehr-Sergeant Nihoff geriet im November 2024 in den Fokus der Öffentlichkeit, nachdem er ein satirisches Meme auf der Plattform X veröffentlicht hatte. Darin wurde Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck („Grüne“) als „professioneller Idiot“ bezeichnet – eine Anspielung auf eine Haarpflegemarke.
Nach dem Retweet durch Habeck erstattete der Minister Anzeige bei der Polizei, woraufhin Nihoffs Wohnung durchsucht wurde. Dieser Schritt stieß auf Kritik in der Öffentlichkeit und löste Debatten über die Grenzen der Meinungsfreiheit und staatliches Eingreifen im Online-Bereich aus. Vertreter Habecks betonten, dass die Durchsuchung ausschließlich von den Ermittlungsbehörden veranlasst wurde, während Kritiker sie als unverhältnismäßig bezeichneten.
Gerichtsverfahren
Im Verlauf der Ermittlungen prüften die Behörden auch weitere Veröffentlichungen Nihoffs, darunter ein historisches Foto mit NS-Bezug. Die ursprüngliche Anklage wegen Volksverhetzung wurde daraufhin fallen gelassen. Im Juni 2025 verhängte das Amtsgericht Gassfurt (Bayern) gegen Nihoff 55 Tagessätze wegen Verwendung von Symbolen verfassungswidriger Organisationen. Das Gericht entschied, dass die Veröffentlichung keine unmittelbar erkennbare kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus darstellte. Nihoffs Anwalt kündigte Berufung an.
Öffentliche Diskussion
Der Fall gilt als anschauliches Beispiel für die Debatte über die Grenzen politischer Satire und den besonderen rechtlichen Schutz von Staatsbeamten. Kritiker richten ihren Fokus auf § 188 des deutschen Strafgesetzbuchs, der für Beleidigungen von Politikern strengere Strafen vorsieht als andere Vorschriften. Befürworter halten die Regelung für notwendig, um Staatsbeamte zu schützen, während Gegner eine Abschaffung fordern.
