Ein Lebensmittelhersteller hat einen Produktrückruf eingeleitet. Grund dafür sind festgestellte Auffälligkeiten in der Zusammensetzung: ein erhöhter Gehalt an Aflatoxin, einem Schimmelpilzgift, das ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen kann. Verbraucher werden dringend gebeten, den betroffenen Artikel nicht zu verzehren. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Мerkur.de.
Sonnenblumenkerne – pur, geröstet oder als Bestandteil von Müsli – gelten als beliebter Snack und sind reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Dennoch steht nun ein konkretes Produkt im Fokus eines Rückrufs aufgrund möglicher gesundheitlicher Gefahren.
Erhöhter Gehalt an Schimmelpilzgift festgestellt
Wie das offizielle Lebensmittelwarnportal lebensmittelwarnung.de des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt, ruft das Unternehmen Göral Vertriebs GmbH schwarze Sonnenblumenkerne in Schale, geröstet und gesalzen, zurück.
Im Rahmen interner Kontrollen wurde ein erhöhter Gehalt an Aflatoxin festgestellt. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Mykotoxin, das von Schimmelpilzen gebildet wird. Bereits wenige Wochen zuvor musste der Hersteller mit Sitz in Wuppertal zwei weitere Chargen ähnlicher Produkte zurückrufen.
Verbraucher sollen das Produkt nicht verzehren
Nach Angaben des Unternehmens wurden bei internen Untersuchungen „Abweichungen vom Sollwert“ festgestellt. Ein gesundheitliches Risiko durch den Verzehr der betroffenen Sonnenblumenkerne kann daher nicht ausgeschlossen werden. Verbraucher werden ausdrücklich gebeten, das Produkt nicht zu konsumieren.
Vom Rückruf betroffen sind folgende Produkte:
- Hersteller: Göral Vertriebs GmbH
- Produktname: Dolunay Ay Çekirdeği
- Verpackungseinheit: 150 g
- Mindesthaltbarkeitsdatum: 7. Mai 2027
- Chargennummer: L21402706
Andere Chargen dieses Produkts sind nach Unternehmensangaben nicht betroffen.
Zusätzliche Kontrollen und Laboranalysen eingeleitet
Zur Klärung der Ursachen und zur weiteren Erhöhung der Produktsicherheit hat Göral Vertriebs GmbH zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen eine Intensivierung der internen Kontrollen sowie erweiterte Laboranalysen im Rahmen des betrieblichen Eigenkontrollsystems. Die Untersuchungen erfolgen sowohl im firmeneigenen Labor als auch durch externe, akkreditierte Prüflabore gemäß den geltenden lebensmittelrechtlichen Vorschriften.
Was sind Aflatoxine und wie gefährlich sind sie?
Aflatoxine zählen zu den stärksten natürlich vorkommenden Giften. Sie werden von bestimmten Schimmelpilzen der Arten Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besitzen Aflatoxine ein hohes krebserzeugendes Potenzial.
Nach oraler Aufnahme können sie insbesondere Leber und Nieren schädigen. In höheren Konzentrationen stellen sie zudem ein Risiko für ungeborene Kinder dar. Darüber hinaus gelten Aflatoxine als genotoxisch, da sie das Erbgut schädigen können.
Zu den Lebensmitteln, in denen Aflatoxine besonders häufig auftreten können, gehören:
- Trockenfrüchte
- Pistazien
- Nüsse
- Erdnüsse
- Maiskörner
Da eine vollständige Vermeidung von Aflatoxin-Kontaminationen nicht immer möglich ist, hat die Europäische Kommission verbindliche Höchstgehalte für zahlreiche Lebensmittel und Futtermittel festgelegt.
Rückruf auf Nordrhein-Westfalen beschränkt
Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL betrifft der Rückruf derzeit ausschließlich das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Stand 3. Februar können Verbraucher das betroffene Produkt im jeweiligen Geschäft zurückgeben – auch angebrochene Verpackungen. Der Kaufpreis wird vollständig erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons.
