In Oslo hat der Strafprozess gegen Marius Borg Høiby begonnen, den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 38 Punkte, darunter mehrere Fälle von Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, heimliche Aufnahmen intimer Inhalte sowie Delikte im Zusammenhang mit Drogen und Sachbeschädigung. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Das bis Mitte März angesetzte Verfahren sorgt landesweit für große Aufmerksamkeit und setzt die norwegische Königsfamilie erheblich unter Druck.
38 Anklagepunkte wegen Sexualdelikten
Die norwegische Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen vier Fälle von Vergewaltigung und sexueller Gewalt gegen eine ehemalige Partnerin vor, mit der er in einer engen Beziehung stand. Staatsanwalt Sturla Henriksbø erklärte bei der Anklageerhebung, Høiby habe zudem mehrere Frauen ohne deren Wissen oder Einwilligung beim Filmen intimer Körperbereiche aufgenommen.
Darüber hinaus umfasst die Anklage Sachbeschädigung sowie mehrere Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln.
Festnahme kurz vor Prozessbeginn
Ursprünglich war vorgesehen, dass Marius Borg Høiby den Prozess auf freiem Fuß verfolgt. Kurz vor Beginn des Verfahrens kam es jedoch zu einer überraschenden Wendung: Die Polizei in Oslo bestätigte seine Festnahme am Sonntagabend.
Høiby wird verdächtigt, einen Angriff begangen, mit einem Messer gedroht und gegen ein bestehendes Kontaktverbot verstoßen zu haben. Aufgrund der Wiederholungsgefahr ordnete das Gericht eine Untersuchungshaft von vier Wochen an.
Belastung für das Königshaus und parallele Affären
Zeitgleich mit dem Prozessbeginn veröffentlichte das US-Justizministerium neue Dokumente im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. In den Unterlagen taucht der Name von Mette-Marit hunderte Male auf. Den Dokumenten zufolge sollen über Jahre hinweg E-Mail-Kontakte zwischen der Kronprinzessin und Epstein bestanden haben.
Mette-Marit erklärte in einer Stellungnahme, sie bedauere, Epsteins Hintergrund nicht gründlicher überprüft zu haben. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre unterstützte diese Einschätzung öffentlich.
Der Epstein-Komplex betrifft auch weitere prominente Persönlichkeiten, darunter den ehemaligen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland. Aktuell richtet sich die öffentliche Kritik jedoch vor allem gegen die Königsfamilie.
Stellungnahmen des Palasts und weiterer Verlauf
Kronprinzessin Mette-Marit wird an dem Strafprozess gegen ihren ältesten Sohn nicht teilnehmen. Nach Angaben des Königshauses befindet sie sich zu Beginn des Verfahrens auf einer privaten Reise.
Kronprinz Haakon hatte zuvor betont, dass sein Stiefsohn vor dem Gesetz die gleichen Rechte und Pflichten habe wie jeder andere norwegische Bürger.
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby soll bis Mitte März dauern. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft.
