Am 15. Februar 2026 ist die deutsche Künstlerin Henrike Naumann in Berlin gestorben. Sie wurde 41 Jahre alt. Erst vor wenigen Monaten war sie zur Mitgestalterin des deutschen Pavillons bei der Biennale von Venedig 2026 berufen worden. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf spiegel.
Für den deutschen Pavillon in Venedig ausgewählt
Wie die Familie mitteilte, starb Naumann im Kreis ihrer Angehörigen, nachdem eine Krebserkrankung zu spät diagnostiziert worden war.
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), das für den deutschen Pavillon verantwortlich ist, bestätigte den Tod der Künstlerin und sprach von einer „schmerzlichen Leerstelle“. Mit Henrike Naumann verliere die deutsche Gegenwartskunst nicht nur eine prägende Vertreterin, sondern auch eine engagierte und zugewandte Persönlichkeit.
Naumann wurde 1984 in Zwickau geboren. 2025 war sie gemeinsam mit dem vietnamesisch-deutschen Künstler Sung Tieu ausgewählt worden, den deutschen Beitrag für die Biennale 2026 zu entwickeln. Die Ausstellung ist vom 9. Mai bis 22. November 2026 geplant. Neben der documenta in Kassel zählt die Biennale in Venedig zu den bedeutendsten Präsentationen zeitgenössischer Kunst weltweit.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts war es Naumann ein zentrales Anliegen, das Konzept ihrer Arbeit vollständig auszuarbeiten, damit es entsprechend ihrer künstlerischen Vorstellung umgesetzt werden kann.
Kunst zwischen Design und politischem Kontext
In ihrem Werk verband Naumann Kunst, Möbel und Design mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Sie untersuchte Transformationsprozesse, kulturelle Erinnerung und historische Brüche, indem sie Einrichtungsgegenstände als künstlerisches Medium einsetzte. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und war international ausgestellt.
Ihre Werke waren zudem Teil des Wanderausstellungsprojekts EVROVIZION, das seit 2021 vor allem in osteuropäischen Ländern gezeigt wird. Nach Angaben des ifa verfügte Naumann über ein besonderes Talent, ästhetische Systeme mit geopolitischen Kontexten und Narrativen zu verknüpfen und Kunst als Brücke zwischen Kulturen zu gestalten.
Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Fassung war irrtümlich angegeben worden, Naumann sei 42 Jahre alt gewesen. Tatsächlich wurde sie 41 Jahre alt.
