Im deutschen Social-Media-Raum ist eine Diskussion um die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Die Linke entbrannt. Auslöser waren Fotos und Videos, die Heidi Reichinnek neben einer Luxuslimousine zeigen – einem Audi A8. Je nach Ausstattung liegt der Preis des Modells bei rund 100.000 Euro. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf berliner-zeitung.
Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch auf der Plattform X. Vertreter und Unterstützer der Alternative für Deutschland (AfD) erklärten, die Politikerin nutze das Fahrzeug möglicherweise privat oder es werde parteiintern finanziert. In ihren Beiträgen stellten sie einen möglichen Widerspruch zu den programmatischen Positionen der Linken in den Raum.
Dienstfahrzeug der Bundestagsfraktion
Nach Angaben aus der Fraktion handelt es sich nicht um ein Privatfahrzeug, sondern um einen geleasten Dienstwagen, der der Fraktionsführung im Deutscher Bundestag zur Verfügung steht. Solche Fahrzeuge gehören zur üblichen Ausstattung parlamentarischer Gruppen und werden aus Fraktionsmitteln finanziert.
Sie dienen offiziellen Terminen und dienstlichen Fahrten. In Deutschland sind zudem personalisierte Kennzeichen keine Seltenheit; sie können Initialen oder bestimmte Zahlenkombinationen enthalten.
Kritik aus der AfD und Reaktionen im Netz
Kritiker konzentrieren sich weniger auf die formale Nutzung als auf die symbolische Wirkung. Ihrer Ansicht nach stehe ein repräsentatives Fahrzeug im Kontrast zu politischen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und Kritik an übermäßigem Luxus.
Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch veröffentlichte mehrere Beiträge, in denen sie eine Diskrepanz zwischen politischen Aussagen und dem Auftreten der Linken-Politikerin thematisierte.
Zugleich verwiesen Unterstützer Reichinneks darauf, dass einzelne Bilder aus dem Zusammenhang gerissen oder verfälscht worden sein könnten. In den Kommentaren war von politischer Zuspitzung und bewusster Polemik die Rede.
Stellungnahme der Partei
Die Berliner Zeitung wandte sich mit Fragen an die Bundestagsfraktion sowie an den Berliner Landesverband der Partei. Dabei ging es unter anderem um die Leasingbedingungen des Fahrzeugs und um die Kennzeichen, die laut veröffentlichten Bildern die Initialen der Politikerin sowie ihr Geburtsdatum – den 19. April – enthalten könnten.
Am Wochenende bezeichnete der Berliner Landesverband die Angelegenheit als „Farce“. Nach Ablauf der gesetzten Frist teilte die Fraktion mit, in einem Bericht des Magazins Stern sei „alles Wesentliche und Richtige“ bereits dargestellt worden. Weitere Kommentare wollte die Fraktion nicht abgeben.
