Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat seine eigenen finanziellen Zielmarken im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht übertroffen und sowohl Umsatz als auch Gewinn gesteigert. Gleichzeitig muss das Unternehmen seine Produktionspläne erneut anpassen, da es an Triebwerken für die A320-Familie mangelt. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf wiwo.
Nach Angaben des Konzerns liefert der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney nicht die erforderlichen Stückzahlen. Dies wirke sich negativ auf die Prognose für das laufende Jahr sowie auf das geplante Hochfahren der Produktion aus.
Bis Ende 2027 will Airbus monatlich zwischen 70 und 75 Flugzeuge der A320-Reihe fertigen. Danach soll die Produktion bei rund 75 Maschinen pro Monat stabilisiert werden – ein Wert, der ursprünglich bereits für 2027 vorgesehen war. Derzeit liegt die Monatsproduktion bei etwa 60 Flugzeugen.
Zwischen Airbus und Pratt & Whitney besteht seit mehreren Monaten Uneinigkeit über die Liefermengen für die Jahre 2026 und 2027. Üblicherweise werden entsprechende Vereinbarungen rund 18 Monate im Voraus getroffen. Pratt & Whitney wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.
Die Triebwerke für die A320 entstehen in Kooperation mit dem Münchner Unternehmen MTU Aero Engines. Airbus hatte in diesem Zusammenhang auf Interessenkonflikte innerhalb der industriellen Zusammenarbeit verwiesen.
Der Hauptkonkurrent Boeing konnte 2025 seine Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern und verbuchte mehr Neuaufträge als Airbus. Dennoch schreibt der US-Konzern weiterhin Verluste und liegt im direkten Vergleich weiterhin zurück.
Konzernchef Guillaume Faury erklärte, die weltweit hohe Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen bilde weiterhin die Grundlage für den geplanten Produktionsausbau – trotz der Engpässe bei Pratt & Whitney. Für 2025 strebt Airbus 870 Auslieferungen ziviler Flugzeuge an (2025: 793).
Im vergangenen Jahr steigerte Airbus die Produktion um 3,5 Prozent, musste jedoch im Dezember das ursprünglich ausgegebene Ziel von 820 Auslieferungen aufgeben. Insgesamt gingen 889 neue Bestellungen ein (2024: 826), womit der Auftragsbestand zum Jahresende 8754 Flugzeuge erreichte.
Finanziell übertraf Airbus die eigenen Erwartungen leicht. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um ein Drittel auf 7,13 Milliarden Euro zu – geplant waren rund 7,0 Milliarden Euro. Der Nettogewinn betrug 5,22 Milliarden Euro nach 4,23 Milliarden im Vorjahr.
Im Jahr 2024 belastete die Restrukturierung des Satellitengeschäfts das Ergebnis mit 1,3 Milliarden Euro. Das Management plant, die Dividende um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie anzuheben.
Analysten hatten zwar mit einem höheren Umsatz gerechnet, jedoch mit einem leichten Rückgang beim Gewinn.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026
Für das neue Geschäftsjahr peilt Airbus ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro an. Der operative freie Cashflow soll hingegen bei etwa 4,5 Milliarden Euro liegen (2025: 4,6 Milliarden Euro).
