Mainz – Der ZDF hat personelle Maßnahmen nach der Ausstrahlung eines KI-generierten Videos in der Nachrichtensendung „Heute Journal“ ergriffen. Die Korrespondentin des New Yorker Büros, Nikola Albrecht (50), wurde mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten entbunden. Der Sender bestätigte Verstöße gegen interne Regeln und journalistische Standards. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Am 15. Februar wurde in „Heute Journal“ ein KI-generiertes Video gezeigt, in dem eine Frau von Beamten des U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) abgeführt wird, während ihr Kind versucht, sie festzuhalten. Ein weiterer Ausschnitt aus dem Jahr 2022 wurde aus dem Kontext gerissen und als aktuelle Situation dargestellt.
Das ZDF bestätigte, dass das KI-generierte Video nicht gemäß den internen Richtlinien hätte ausgestrahlt werden dürfen. Die Herkunft des zweiten Clips wurde ebenfalls nicht überprüft, obwohl journalistische Standards dies vorschreiben.
Ruf des Senders in Gefahr
In einer Pressemitteilung betonte ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten (61): „Der Schaden durch Missachtung journalistischer Regeln ist erheblich.“ Sie fügte hinzu, dass es „um das Vertrauen in unsere Berichte“ gehe, und kündigte weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung hoher journalistischer Standards an.
Nikola Albrecht bereitete Berichte für „Mittagsmagazin“ und „Heute Journal“ über die Angst vor ICE-Verhaftungen vor. Die Ausgabe des „Mittagsmagazin“ vom 13. Februar entsprach den Standards, doch in der Ausgabe des „Heute Journal“ vom 15. Februar wurden zwei Videos verwendet: eines KI-generiert, das andere aus Florida 2022, aus dem Kontext gerissen.
Reaktionen von ZDF und öffentlichen Vertretern
Moderatorin Dunja Hayali (51) entschuldigte sich und betonte, dass das Video vom New Yorker Team vorbereitet wurde und die Nutzung ein Fehler war.
Mitglied des ZDF-Verwaltungsrats Rainer Haseloff (71) bezeichnete die Entlassung als „nur den ersten Schritt“ und betonte die Notwendigkeit systematischer Untersuchungen. Medienstaatsminister von Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski (40), forderte die Überprüfung interner Kontrollprozesse, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.
Bundeskanzlei-Staatsministerin Christiane Schenderlein (44) hob die Bedeutung hoher Standards im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und transparenter Untersuchungen hervor.
