Im Zoo der Stadt Ichikawa, rund 30 Kilometer von Tokio entfernt, sorgt ein sieben Monate alter Makake namens Punch für internationale Aufmerksamkeit. Das Jungtier, das kurz nach der Geburt von seiner Mutter verlassen wurde, hatte zunächst Schwierigkeiten, sich in die bestehende Gruppe zu integrieren, zeigt inzwischen jedoch erste Fortschritte. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf nytimes.
Punch wurde im Juli geboren. Nach Angaben der Zoo-Verwaltung ließ seine Mutter ihn vermutlich infolge einer schweren Geburt während einer Hitzeperiode zurück. Die Versorgung des Neugeborenen übernahmen die Tierpfleger.
Rückkehr in die Gruppe
Im Januar wurde Punch wieder in das Gehege „Affenberg“ integriert, in dem eine Gruppe Japanmakaken lebt. Ohne die Unterstützung seiner Mutter verhielt sich das Jungtier zunächst zurückhaltend und blieb oft abseits. In in sozialen Netzwerken verbreiteten Videos ist zu sehen, wie erwachsene Tiere ihn bei Annäherungsversuchen abweisen, während er häufig allein spielt.
Der Zoo startete den Hashtag #HangInTherePunch, woraufhin die Geschichte international verbreitet wurde. Am vergangenen Wochenende besuchten rund 8.000 Menschen die Anlage – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Plüsch-Orang-Utan als Ersatz
Um Punch beim Muskelaufbau zu unterstützen und ihm Sicherheit zu geben, erhielt er ein Plüschtier in Form eines Orang-Utans aus dem Sortiment des schwedischen Unternehmens IKEA. Zuvor hatten die Pfleger es mit zusammengerollten Handtüchern und anderen Ersatzobjekten versucht, doch das Stofftier wurde schnell zu seinem ständigen Begleiter.

Punch trägt den größeren Plüsch-Orang-Utan durch das Gehege, umarmt ihn und nutzt ihn als Halt. Der Zoo verfügt über zwei identische Exemplare. Nach der medialen Aufmerksamkeit meldete das Unternehmen steigende Verkaufszahlen des Modells „Jungelskog“ in Japan, den USA und Südkorea.
Schrittweise Sozialisierung
Laut Takashi Yasunaga, Leiter der Zoo- und Botanikanlagen der Stadt Ichikawa, reagierte Punch anfangs vorsichtig auf die anderen Makaken. Inzwischen habe sich sein Verhalten verändert: Er suche zunehmend aktiv den Kontakt.
Aktuelle Aufnahmen zeigen, wie das Jungtier auf dem Rücken anderer Tiere klettert, neben erwachsenen Makaken sitzt und sich am gegenseitigen Fellpflegen beteiligt – typische Zeichen sozialer Integration. Die Pfleger beschreiben ihn als aktiv und furchtlos.
Seine Mutter lebt weiterhin in derselben Gruppe auf dem „Affenberg“. Nach Angaben des Zoos kommt es bei Japanmakaken vor, dass insbesondere unerfahrene Weibchen ihr erstes Jungtier aus verschiedenen Gründen zurücklassen, darunter physische Belastung und äußere Bedingungen während der Geburt.
Seinen Namen erhielt Punch in Anlehnung an den japanischen Karikaturisten Kazuhiko Katō, bekannt unter dem Künstlernamen Monkey Punch. Der junge Makake zählt inzwischen zu den bekanntesten Bewohnern des Zoos und setzt seine schrittweise Eingewöhnung in die Gruppe fort.
