Die jüngste Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten setzt den deutschen Aktienmarkt deutlich unter Druck. Der Leitindex DAX verlor zum Wochenauftakt 2,2 Prozent und fiel auf 24.737 Punkte. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf handelsblatt.
Am Samstag griffen Israel und die USA den Iran an. Dabei wurde unter anderem das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners beobachtet eine sinkende Risikobereitschaft der Investoren. Risikoreiche Anlagen würden gemieden, jedoch sei keine panikartige Verkaufswelle zu erkennen. Auch sogenannte sichere Häfen würden nicht um jeden Preis gekauft.
Straße von Hormus und Ölpreise im Fokus der Märkte
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert wird. Der Iran schränkte den Schiffsverkehr als Reaktion auf die Angriffe ein.
Stefan Kemper von BNP Paribas erklärte, der Ausfall von einer Million Barrel pro Tag könne den Ölpreis um etwa zehn US-Dollar steigen lassen. Sollte die Meerenge länger blockiert bleiben, wären Szenarien mit Preisen von deutlich über 120 Dollar pro Barrel nicht mehr unrealistisch.
Am Montagmorgen verteuerte sich die Nordsee-Sorte Brent um nahezu zehn Prozent auf rund 79,80 Dollar je Barrel. Die US-Referenzsorte WTI stieg um fast neun Prozent auf 73 Dollar.
Tourismuswerte unter Druck
Die Zuspitzung des Konflikts belastet insbesondere Aktien aus der Reisebranche. Analyst Harry Gowers von JPMorgan verweist auf Flugstreichungen, operative Einschränkungen, steigende Kerosinkosten und mögliche Nachfragerückgänge.
Die Aktien der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa verloren 6,6 Prozent. Das Unternehmen hatte am Samstag mehrere Flüge in den Nahen Osten vorübergehend ausgesetzt.
Dagegen profitieren Rüstungswerte von der geopolitischen Lage: Die Papiere des Düsseldorfer Konzerns Rheinmetall legten zu.
