Fragmente eines Meteoriten haben in Rheinland-Pfalz Schäden an Wohnhäusern verursacht. Das teilte die Polizei mit. Meldungen über Schäden gingen aus den Regionen Hunsrück und Eifel sowie aus der Stadt Koblenz ein. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Das Himmelsphänomen wurde nicht nur in Rheinland-Pfalz beobachtet. Augenzeugen berichteten auch aus anderen Bundesländern von einem hell leuchtenden Objekt am Himmel.
Fragment durchschlägt Hausdach in Koblenz
Nach Angaben der Polizei schlug gegen 19 Uhr ein glühendes Fragment eines Himmelskörpers in das Dach eines Wohnhauses im Koblenzer Stadtteil Güls ein. Durch den Aufprall entstand ein Loch von etwa der Größe eines Fußballs.
Das Fragment landete im Schlafzimmer. Einsatzkräfte berichteten, dass Bodenfliesen beschädigt wurden und sich Steine, Sand und Staub auf dem Boden verteilten.
Zum Zeitpunkt des Einschlags befanden sich die Bewohner in einem anderen Raum des Hauses. Verletzt wurde niemand.
Augenzeugen berichten von Lichtblitz und lautem Knall
Der Koblenzer Einwohner Ingo Beller war mit dem Fahrrad unterwegs, als er ein Zischen und anschließend einen lauten Knall hörte. Seinen Angaben zufolge klang das Geräusch wie ein Verkehrsunfall.
Ein weiterer Zeuge, Giuliano Krienen aus dem Landkreis Trier-Saarburg, beobachtete mehrere Lichtblitze am Himmel. Er berichtete, dass sich das Objekt mit sehr hoher Geschwindigkeit bewegte.
Nach seiner Einschätzung flog der Himmelskörper deutlich schneller als ein Jetflugzeug. Einige Minuten nach dem Sichtkontakt sei ein lauter Knall zu hören gewesen.
Polizei erhält zahlreiche Meldungen
Nach dem Erscheinen des leuchtenden Objekts gingen bei der Polizei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zahlreiche Anrufe ein.
Ein Sprecher der Polizei Mainz erklärte, dass Einsatzkräfte „unzählige Anrufe aus verschiedenen Regionen“ erhalten hätten. Zeugen beschrieben das Phänomen als hellen Lichtblitz oder als Feuerball.
Meldungen kamen unter anderem aus Mainz, Darmstadt sowie aus Orten in der Nähe von Kirchheimbolanden. Auch aus der Westpfalz und dem Raum Kaiserslautern gingen Hinweise ein. Ähnliche Beobachtungen wurden ebenfalls über Baden-Württemberg gemeldet.
Raketenabsturz ausgeschlossen
Die Polizei prüfte zunächst die Möglichkeit eines Raketenabsturzes oder eines Vorfalls im Luftverkehr. Nach Rücksprache mit der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem wurde diese Version jedoch ausgeschlossen.
Der Deutsche Wetterdienst kam anschließend zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Meteoritenfall handelte.
Feuerwehr untersucht Fragmente
Die Feuerwehr in Koblenz untersuchte die gefundenen Fragmente des Himmelskörpers. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden keine chemischen oder radioaktiven Gefahren festgestellt.
Fachleute erklären, dass Asteroiden beim Eintritt in die Erdatmosphäre häufig in viele kleinere Teile zerbrechen. Ein Teil der Fragmente verglüht, andere erreichen die Erdoberfläche.
Diese Überreste eines Himmelskörpers werden als Meteoriten bezeichnet.
