In Wien hat die Familie von Natascha Kampusch über eine deutliche Verschlechterung ihres psychischen Zustands berichtet. Laut nahestehenden Quellen durchlebt die 38-Jährige, die nach ihrer langjährigen Gefangenschaft bekannt wurde, eine schwierige Phase und meidet weitgehend den Kontakt zur Außenwelt. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf bild.
Nach Angaben der Familie lebt sie zuletzt in einer tiefen inneren Isolation. Quellen aus ihrem Umfeld beschreiben ihr Verhalten als Leben „in ihrer eigenen Welt“.
Aussagen der Familie zum Zustand von Kampusch
Ihre Schwester, Claudia Nestelberger, die derzeit hauptsächlich ihre Angelegenheiten regelt, betonte, dass die Veränderungen sehr deutlich seien.
Früher habe Kampusch leicht mit Journalisten gesprochen und selbstbewusst vor Kameras aufgetreten. Heute sei dies nach Angaben der Schwester kaum noch der Fall.
Die Familie erklärt, dass ihr derzeitiger Zustand so wirkt, als sei sie wieder in einer psychologischen Falle. Die Angehörigen fühlen sich in dieser Situation hilflos.
Entführungsgeschichte, die die Welt bewegte
Kampuschs Geschichte wurde zu einem der bekanntesten Kriminalfälle Europas.
1998 entführte der Österreicher Wolfgang Přiklopil das zehnjährige Mädchen auf dem Schulweg. Er hielt sie mehr als acht Jahre in einem Keller seines Hauses in der Stadt Straßhof an der Nordbahn nahe Wien gefangen.
Im August 2006 gelang Kampusch die Flucht. Kurz darauf beging Přiklopil Selbstmord, indem er vor einen Zug sprang.
Nach der Befreiung – neue Herausforderungen
Nach der Flucht wurde Kampusch weltweit als Opfer einer Entführung bekannt. Ihre Geschichte fand großen internationalen Anklang.
Gleichzeitig wurden ihre Aussagen wiederholt angezweifelt und öffentlich diskutiert. Spätere Überprüfungen durch Ermittlungsbehörden, darunter das Bundeskriminalamt Deutschland und das Federal Bureau of Investigation, bestätigten jedoch die Richtigkeit ihrer Aussagen.
Dokumentarfilm über ihr Leben
Neue Details über Kampuschs Leben nach der Befreiung werden im Dokumentarfilm „Natascha Kampusch – in der Falle der Freiheit“ gezeigt. Die Sendung wird am 16. März 2026 auf dem Sender ORF ausgestrahlt.
Im Film kommen erstmals Ermittler, Staatsanwälte und enge Bezugspersonen zu Wort. Sie berichten über die Ereignisse von der Entführung 1998 bis heute.
Auch der aktuelle Gesundheitszustand von Kampusch wird thematisiert. Nach Angaben der Produzenten erkennen selbst medizinische Fachkräfte die Komplexität ihrer psychischen Situation an.
Medienaufmerksamkeit vor dem Flucht-Jubiläum
Die bevorstehende 20. Jahrestag der Flucht Kampuschs hat erneut weltweites Medieninteresse geweckt. Die Familie berichtet, dass sie zahlreiche Anfragen von Journalisten aus verschiedenen Ländern erhält.
Die Angehörigen befürchten, dass ihr derzeitiger Zustand Anlass für neue Schlagzeilen geben könnte. Deshalb entschied sich die Familie, die Situation öffentlich zu erklären und die Faktoren darzulegen, die zu ihrem Nervenzusammenbruch geführt haben könnten.
