Das deutsche Unternehmen AC Schnitzer, bekannt als führender Anbieter von Tuning-Teilen und modifizierten BMW-Fahrzeugen, hat die Einstellung seiner Aktivitäten nach 39 Jahren angekündigt. Die offizielle Mitteilung wurde auf der Website des Unternehmens veröffentlicht und erläutert die Gründe für diese Entscheidung. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf roadandtrack.
Das Unternehmen, gegründet von Willy Kohl und Herbert Schnitzer, erlangte Bekanntheit durch modifizierte BMW-Modelle wie den ACS7 auf Basis der BMW 7er E32, vorgestellt auf der Frankfurter Automesse 1987, und den ACS3 Sport auf Basis des E30 M3. Weitere bekannte Projekte sind der AC Schnitzer V8 Roadster, gebaut auf Basis des BMW Z3 mit einem 4,4-Liter-V8-Motor aus dem 540i. Das Unternehmen bot auch Tuning für Kleinwagen und neueste Modelle an, einschließlich der Supra Mk5 und BMW-Elektrofahrzeuge.
Gründe für die Schließung von AC Schnitzer
In der Pressemitteilung des Unternehmens wird angegeben, dass die Hauptgründe die gestiegenen Kosten für die Entwicklung und Produktion von Komponenten, der langwierige Genehmigungsprozess neuer Teile in Deutschland, hohe Zollgebühren in den USA sowie die Schwierigkeit, junge Kunden zu gewinnen, waren. Laut Rainer Vogel, Geschäftsführer von AC Schnitzer, führt die lange Wartezeit auf Genehmigungen zu einem Wettbewerbsnachteil:
„Wenn wir Ersatzteile erst acht bis neun Monate nach unseren Wettbewerbern auf den Markt bringen können, spricht das für sich“, so Vogel.
AC Schnitzer gehörte zur KOHL-Gruppe, die sich künftig auf den Verkauf und Service von Autos und Motorrädern konzentrieren wird. In der Pressemitteilung wird jedoch betont, dass derzeit Gespräche mit potenziellen Käufern der Marke AC Schnitzer laufen. Im Falle eines Verkaufs besteht die Möglichkeit, das traditionelle Sortiment und die Geschäftstätigkeit des Unternehmens fortzuführen.
Ausverkauf und Kundendienst
Für Interessenten, die die letzten AC-Schnitzer-Teile erwerben möchten, kündigte das Unternehmen einen Ausverkauf der Lagerbestände bis Ende 2026 an. Die KOHL-Gruppe sichert zudem die Gewährleistung und den After-Sales-Service „nach Ende 2026“ zu, sodass Kunden ihre Fahrzeuge weiterhin mit Unterstützung der Marke betreiben können.
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