Iran hat versucht, die gemeinsame britisch-amerikanische Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean mit Raketen anzugreifen. Nach Angaben britischer Regierungsvertreter blieb der Angriff erfolglos – die Raketen trafen ihr Ziel nicht. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf timesofisrael.
Internationale Medien berichteten unter Berufung auf offizielle Quellen aus Großbritannien über den Vorfall. Demnach wurden zwei ballistische Raketen gestartet, einen Tag bevor London offiziell ankündigte, den USA die Nutzung einiger britischer Militärstützpunkte für Angriffe auf iranische Ziele zu erlauben, die mit Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus in Verbindung stehen.
Raketen verfehlten die Basis
Nach Angaben amerikanischer und britischer Quellen feuerte Iran zwei Mittelstreckenraketen in Richtung der Insel Diego Garcia ab, die rund 4000 Kilometer vom iranischen Territorium entfernt liegt.
Eine der Raketen versagte während des Fluges. Die zweite wurde Berichten zufolge von einem Abfangsystem angegriffen – ein Abfangflugkörper soll von einem US-Kriegsschiff gestartet worden sein. Ob die Rakete tatsächlich getroffen wurde, ist bislang unklar.
Die britische Seite bestätigte den Angriffsversuch, machte jedoch keine weiteren technischen Angaben.
Reichweite der Raketen sorgt für Aufmerksamkeit
Der Start der Raketen über eine Distanz von etwa 4000 Kilometern hat militärische Beobachter aufhorchen lassen. Eine solche Reichweite würde die bisher von Iran angegebenen Grenzen seines ballistischen Raketenprogramms deutlich überschreiten.
Teheran hatte bislang erklärt, seine ballistischen Raketen hätten eine maximale Reichweite von rund 2000 Kilometern. Sollte sich die größere Reichweite bestätigen, könnte ein erheblicher Teil Westeuropas innerhalb der potenziellen Reichweite iranischer Raketen liegen.
US-Vertreter hatten bereits zuvor gewarnt, dass Irans Raumfahrtprogramm die technologische Grundlage für die Entwicklung interkontinentaler ballistischer Raketen schaffen könnte.
Iranische Medien sprechen von Demonstration der Fähigkeiten
Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr bestätigte ebenfalls den Raketenstart und bezeichnete ihn als wichtigen Schritt.
In der Meldung hieß es, der Angriff auf die Basis sei ein „bedeutender Schritt“, der zeige, dass die Reichweite iranischer Raketen größer sei, als Gegner bislang angenommen hätten.
Strategische Bedeutung der Basis Diego Garcia
Die Militärbasis auf Diego Garcia gilt als einer der wichtigsten US-Stützpunkte im Indischen Ozean. Dort sind etwa 2500 Soldaten stationiert, die meisten davon Angehörige der US-Streitkräfte.
Der Stützpunkt unterstützte zahlreiche militärische Operationen der USA – von der Vietnam-Zeit bis zu Einsätzen im Irak und in Afghanistan. Auch bei Angriffen auf Huthi-Stellungen im Jemen spielte er eine Rolle.
Satellitenbilder aus dem Jahr 2025 zeigten mehrere strategische B-2-Bomber auf der Start- und Landebahn der Basis.
Großbritannien erlaubt Nutzung von Basen für Operationen
Großbritannien erklärte, den Vereinigten Staaten die Nutzung bestimmter britischer Militäranlagen für defensive Operationen gegen Iran zu gestatten.
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums stellen Irans aggressive Aktivitäten in der Region sowie die Blockade der Straße von Hormus eine Bedrohung für britische Interessen und Verbündete dar.
Gleichzeitig betonte London, dass britische Streitkräfte nicht direkt an den amerikanisch-israelischen Angriffen auf iranische Ziele beteiligt gewesen seien.
Diego Garcia und der Streit um den Chagos-Archipel
Die Insel Diego Garcia gehört zum Chagos-Archipel im zentralen Indischen Ozean. Das Gebiet steht seit 1814 unter britischer Kontrolle.
In jüngster Zeit ist der Archipel erneut in den Fokus geraten, da Großbritannien plant, die Souveränität über die Chagos-Inseln an Mauritius zu übertragen. Im Gegenzug soll London die Militärbasis auf Diego Garcia langfristig pachten.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, dieser Schritt solle die Zukunft des strategisch wichtigen Stützpunkts sichern, der derzeit juristischen Herausforderungen ausgesetzt sei.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte die geplante Vereinbarung zuvor scharf kritisiert und sie als „großen Fehler“ bezeichnet.
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