Zu Beginn des Jahres kam es beim Hamburger SV zu einer unerwarteten Personalentscheidung. Sportdirektor Stefan Kuntz hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Nach den Weihnachtsfeiertagen wandte er sich an den Aufsichtsrat mit der Bitte, seinen Vertrag aus persönlichen familiären Gründen vorzeitig aufzulösen. Die Klubführung prüfte das Anliegen und stimmte zu. Die Amtszeit von Kuntz endete offiziell am 31. Dezember. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Kuntz selbst erklärte, dass ihm dieser Schritt nicht leichtgefallen sei. Nach seinen Worten gebe es Situationen, in denen private Themen wichtiger seien als der Fußball. Zu den Hintergründen wollte er sich nicht äußern und bat um Verständnis für die Wahrung der Privatsphäre. Gleichzeitig bedankte er sich beim HSV für die gemeinsame Zeit und wünschte den Mannschaften sowie den Mitarbeitenden des Vereinsbüros alles Gute für die Zukunft.
Klubführung bestätigt vorzeitige Vertragsauflösung
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates betonte, dass Kuntz und sein Team in der gemeinsamen Zeit viel erreicht hätten. Im Verein hieß es, die Entscheidung sei nach einer intensiven Phase von Gesprächen zwischen Weihnachten und Neujahr gefallen. Diese Tage seien von zahlreichen Diskussionen in unterschiedlichen Formaten geprägt gewesen und hätten kein ruhiges Jahresende geboten. Konkrete Inhalte der Gespräche wurden nicht offengelegt, da man Vertraulichkeit zugesichert habe.
Der Aufsichtsrat stellte klar, dass dem Wunsch von Kuntz vollständig entsprochen wurde. Der Vertrag wurde vorzeitig beendet, die Freistellung erfolgte mit sofortiger Wirkung. Als offizieller Grund wurden persönliche Umstände genannt. Der Verein unterstrich, dass dieses Anliegen respektiert werde und keine weiteren Details bekannt gegeben werden.
Die Zeit von Kuntz beim Hamburger SV
Stefan Kuntz hatte seine Aufgabe im Mai 2024 übernommen und damit einen Vorgänger abgelöst, der das Amt fünf Jahre lang ausgeübt hatte. Bereits in seiner ersten Saison erreichte der HSV unter seiner sportlichen Verantwortung den lange ersehnten Aufstieg in die Bundesliga. Dieser Erfolg galt als zentrales Ergebnis seiner Arbeit. Der Vertrag von Kuntz lief ursprünglich bis zum Saisonende und hätte sich bei Klassenerhalt automatisch verlängert.
Eine Vertragsverlängerung über diesen Zeitraum hinaus sollte im Winter thematisiert werden, erste Gespräche hatten bereits stattgefunden. Mit dem Rücktritt änderte sich jedoch die Ausgangslage grundlegend. Die Planungen wurden gestoppt, und der Verein muss sich nun ohne einen Sportdirektor neu aufstellen.
Wie es beim HSV ohne Sportdirektor weitergeht
Aus Sicht der Klubführung bleibt der Hamburger SV handlungsfähig. Der Geschäftsführer sowie das bestehende Managementteam führen die Arbeit im Tagesgeschäft fort. Im Aufsichtsrat wurde bestätigt, dass Gespräche über die zukünftige Besetzung der vakanten Position bereits laufen. Gleichzeitig betonte man, dass kein Zeitdruck bestehe und Entscheidungen mit der nötigen Sorgfalt getroffen würden.
In der aktuellen Phase liegt ein besonderer Fokus auf der sportlichen Leitung im Bereich Transfers, die während der Wintertransferperiode stark gefordert ist. Der Verein geht davon aus, dass die bestehende Struktur Stabilität gewährleistet und operative Entscheidungen weiterhin zügig getroffen werden können.
