Am Freitag beginnen in Mailand und Cortina die 50. Paralympischen Winterspiele. Deutschland schickt das zweitgrößte Team seiner Geschichte: 40 Athletinnen und Athleten, darunter 11 Frauen und 29 Männer, sowie 8 Guides. Nur 1994 in Lillehammer war die Mannschaft geringfügig größer. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesspiegel.
Das Team hat gute Chancen auf Medaillen und eine Verbesserung im Medaillenspiegel nach dem 7. Platz in Peking 2022. Sportdirektor der Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Mark Möllmann, will Deutschland wieder unter die Top 6 bringen und bis 2030 die Top 5 erreichen. Insgesamt führt Deutschland in der Historie der Paralympischen Winterspiele mit 384 Medaillen, davon 141 Goldene.
Führende Athleten und Medaillenhoffnungen
Die größte Hoffnung des deutschen Teams ist Monoskifahrerin Anna-Lena Forster, 30 Jahre, neunfache Paralympics-Medaillengewinnerin im alpinen Skisport: 4 Gold-, 4 Silber- und 1 Bronzemedaille. Nach dem ersten Training in Cortina zeigte sie die beste Zeit in der Kategorie sitzend. Trainer Justus Wolf hofft auf Medaillen in allen fünf Disziplinen und mögliche Überraschungen anderer Athletinnen.
Anna-Maria Rieder, Bronzemedaillengewinnerin von Peking 2022, tritt in der Kategorie „stehend“ an. Die erfahrene Andrea Rothfuss, die 2006 ihr Debüt bei den Winter-Paralympics gab und 14 Medaillen besitzt, feiert ihr 20-jähriges Jubiläum und will dies mit einer weiteren Medaille krönen.
Im Para-Biathlon und Para-Langlauf liegen die Hoffnungen auf Anja Wicker, die sieben Weltmeisterschafts-Medaillen mitbringt. Junge Athletinnen wie Leoni Walter, Johanna Recktenwald und Linn Kazmaier könnten ebenfalls aufs Podium kommen.
Katrin Marschand stellte einen Weltrekord auf: Sie ist die erste Athletin, die an drei verschiedenen Paralympischen Spielen teilgenommen hat – Sommer 2012 und 2016, 2024, und nun die Winterspiele. Bei den Männern gilt Marco Maier, Silbermedaillengewinner von Peking 2022 und dreifacher Weltmeister, als Topfavorit auf Gold.
Überraschungen auf dem Eis und Debütanten
Die deutsche Para-Eishockey-Mannschaft hat sich nach 20 Jahren wieder qualifiziert. Vier Veteranen aus Turin 2006 sind im Team: Sebastian Disveld, Frank Rennhack, Sven Stumpe und Jörg Wedde.
Die Hälfte der Mannschaft debütiert bei den Paralympics, ein Viertel bringt bereits 49 Medaillen mit. Insgesamt treten über 660 Athletinnen und Athleten aus rund 50 Ländern in sechs Sportarten an: alpiner Skisport, Snowboard, Biathlon, Langlauf, Eishockey und Rollstuhlcurling (Deutschland nicht vertreten). Es werden 79 Medaillen vergeben.
Politischer Kontext
Die Eröffnungsfeier findet am Freitagabend in Rom, Verona, statt. Deutschland nimmt nicht am Fahneneinmarsch teil und unterstützt damit den Boykottaufruf der Ukraine gegen die russische Aggression.
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