Der ehemalige deutsche Skirennläufer Felix Neureuther hat sich öffentlich zur Rolle digitaler Technologien im Schulalltag und zum Einfluss sozialer Medien auf Kinder geäußert. In einem Interview betonte er die Notwendigkeit von Einschränkungen für Minderjährige und forderte ein Umdenken im Bildungssystem. Seine Aussagen fallen in eine breitere europäische Debatte über die Regulierung des Zugangs von Kindern zu Online-Inhalten. Besonderes Augenmerk legte Neureuther auf die Rolle der Lehrkräfte und den Einfluss von Eltern. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Аbendzeitung-muenchen.
Neureuther plädiert für Einschränkungen bei sozialen Medien
Neureuther erklärte, dass Kinder zu früh mit problematischen Inhalten im digitalen Raum konfrontiert werden. Seiner Einschätzung nach sind Minderjährige darauf nicht vorbereitet und können diese Eindrücke nicht angemessen verarbeiten. Daher befürwortet er Verbote oder zumindest strenge Einschränkungen bei der Nutzung sozialer Netzwerke.
Er betonte zudem, dass intensive Online-Nutzung reale soziale Interaktionen verdrängt. In diesem Zusammenhang hob er die Bedeutung zwischenmenschlicher Kompetenzen sowie den Zugang zu Sport- und Freizeitangeboten hervor. Körperliche Aktivität und reale Begegnungen sollten stärker in den Fokus rücken.
Kritik an Digitalisierung im Grundschulunterricht
Auch zum Einsatz digitaler Geräte im Unterricht äußerte sich Neureuther kritisch. Seiner Ansicht nach ist Unterricht mit Tablets in den frühen Schuljahren nicht förderlich für die Entwicklung. Besonders betonte er die Bedeutung des Schreibens von Hand für die kognitive Entwicklung.
Digitale Werkzeuge dürften grundlegende Fähigkeiten nicht ersetzen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Kinder bereits außerhalb der Schule viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, weshalb die Schule einen Ausgleich schaffen müsse.
Mehr Verantwortung für Lehrkräfte, weniger Druck durch Eltern
Neureuther sprach auch die zunehmenden Konflikte zwischen Eltern und Lehrern an. Fälle, in denen Eltern bei Unstimmigkeiten schnell juristische Schritte einleiten, würden häufiger.
Er forderte, Lehrkräften wieder mehr Handlungsspielraum zu geben. Übermäßiger Druck durch Eltern könne die Autorität der Schule schwächen und den Unterricht erschweren.
Warnung vor Risiken der digitalen Welt
Als Beispiel für Gefahren im Netz nannte Neureuther ein Projekt eines Lehrers aus Bayern. Dabei werden gemeinsam mit Schülern Fake-Profile erstellt, um zu zeigen, welchen Risiken sie online begegnen können.
Dazu gehören unerwünschte Kontakte, auch durch Straftäter. Ziel sei es, das Bewusstsein für digitale Risiken zu schärfen und Schüler für den Umgang mit solchen Situationen zu sensibilisieren.
Aufruf zur Neuausrichtung des Bildungssystems
Neureuther plädierte zudem für mehr Lernen in der Natur und den Ausbau praktischer Lernformate. Kinder sollten mehr Zeit außerhalb von Klassenzimmern verbringen und durch direkte Erfahrungen lernen.
Seiner Ansicht nach müsse das Bildungssystem ein Gleichgewicht zwischen digitalen und traditionellen Lernmethoden finden.
