Samsung steht in letzter Zeit zunehmend in der Kritik, da es bei der Akkukapazität der Galaxy-S-Flaggschiffe kaum sichtbare Fortschritte gibt. Während der südkoreanische Konzern weiterhin auf rund 5.000 mAh setzt, bringen chinesische Hersteller bereits Smartphones mit Silizium-Kohlenstoff-Akkus zwischen 7.000 und 10.000 mAh auf den Markt. Vor diesem Hintergrund gibt es Hinweise auf einen möglichen Strategiewechsel. Nach vorliegenden Informationen testet die Tochtergesellschaft Samsung SDI derzeit einen grundlegend neuen Smartphone-Akku mit einer Gesamtkapazität von 20.000 mAh. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ІТС.
Doppelte Konstruktion mit Rekordkapazität
Quellen zufolge basiert der experimentelle Akku auf einer zweizelligen Bauweise. Die Hauptzelle liefert 12.000 mAh bei einer Dicke von rund 6,3 mm, während eine zusätzliche Zelle weitere 8.000 mAh bei etwa 4 mm Dicke beisteuert. Zusammen ergibt sich eine Gesamtleistung von beeindruckenden 20.000 mAh, was die Kapazität heutiger Flaggschiff-Smartphones deutlich übertrifft. Dieses Konzept ermöglicht eine flexiblere Nutzung des begrenzten Innenraums moderner Geräte.
Was Si/C-Akkus von herkömmlichen unterscheidet
Silizium-Kohlenstoff-Akkus unterscheiden sich grundlegend von klassischen Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere durch das Material der Anode. Statt Graphit kommt ein nanostrukturierter Silizium-Kohlenstoff-Verbund zum Einsatz, der widerstandsfähiger gegenüber Materialermüdung ist. Silizium kann deutlich mehr Lithium-Ionen aufnehmen – bis zu zehnmal mehr als Graphit. Dadurch lässt sich die Kapazität stark erhöhen, ohne dass Größe oder Bauhöhe des Akkus proportional anwachsen.
Vergleich mit aktuellen Smartphones
Zur Einordnung des Potenzials ziehen Insider einen Vergleich mit bereits erhältlichen Geräten heran. So ist das Apple iPhone Air lediglich rund 6 Prozent dünner als das Tecno Pova Slim 5G, verfügt jedoch über einen Akku mit etwa 39 Prozent geringerer Kapazität. Dieses Beispiel verdeutlicht, welchen Vorteil Silizium-Kohlenstoff-Akkus bei erfolgreicher Umsetzung bieten könnten.
Schwierigkeiten während der Testphase
Allerdings befinden sich die Tests noch in einem frühen Stadium. Laut den Insidern @phonefuturist und @SPYGO19726 kam es bei einem der Versuche zu einer starken Ausdehnung der zusätzlichen 8.000-mAh-Zelle, deren Volumen um rund 80 Prozent zunahm. Ein solches Aufblähen deutet auf erhebliche Probleme bei Stabilität und Sicherheit hin. Dies zeigt, dass die Technologie noch weit von der Serienreife entfernt ist.
Vorsichtiger Kurs und weitere Entwicklung
Angesichts der aktuellen Herausforderungen erscheint ein kurzfristiger Einsatz solcher Akkus in Serien-Smartphones unwahrscheinlich. Für Samsung ist es entscheidend, Risiken wie Überhitzung oder Aufquellen der Batterien auszuschließen, um Imageschäden zu vermeiden. Gleichzeitig hält die Kritik an der Nutzung von Akkus mit etwa 5.000 mAh in den Flaggschiff-Modellen an, auch mit Blick auf das erwartete Galaxy S26 Ultra.
