Im Netz sind Hinweise auf einen möglichen Verkaufsstart der neuen Steam Machine aufgetaucht. Nutzer entdeckten entsprechende Einträge im Sortiment des großen tschechischen Online-Händlers Smarty.cz. Die Informationen waren nicht direkt im Shop sichtbar, sondern im HTML-Quellcode der Website hinterlegt. Dort wurden zwei Varianten der Konsole mit unterschiedlicher Speicherausstattung gelistet. Die genannten Preise sorgten aufgrund ihrer Höhe sofort für Aufmerksamkeit. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf heise.
Preise aus dem Quellcode der Website
Unter Berücksichtigung der in Tschechien geltenden Mehrwertsteuer von 21 Prozent wird die Steam-Machine-Variante mit 512-GB-SSD auf rund 988 Euro beziffert. Das Modell mit einer 2-TB-SSD soll etwa 1.111 Euro kosten. Die Preisdifferenz von 123 Euro entspricht in etwa den aktuellen Marktpreisen für SSDs dieser Kapazität. Dadurch wirkt die Preisstaffelung aus technischer Sicht nachvollziehbar. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen durch den Hersteller steht jedoch aus.
Handelt es sich um reale Verkaufspreise?
Beobachter weisen darauf hin, dass derartige Einträge in Online-Shops mitunter als Platzhalter dienen. Dennoch konnten Journalisten die Angaben eigenständig im Quellcode der Seite nachvollziehen. Zusätzlich passen die genannten Preise zur aktuellen Lage auf dem Speichermarkt. Seit Herbst 2025 sind die Preise für DRAM- und Flash-Speicher teils um ein Mehrfaches gestiegen. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Herstellungskosten entsprechender Geräte aus.
Speicherkrise als möglicher Preistreiber
Neben der SSD verfügt die Steam Machine über 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher sowie 8 GB GDDR6-Grafikspeicher. Große Speicherhersteller warnen seit Monaten vor einem anhaltenden Engpass, der voraussichtlich bis mindestens 2026 andauern wird. Als Hauptgrund gilt der massive Ausbau von KI-Rechenzentren. Ein erheblicher Teil der Produktionskapazitäten wurde frühzeitig für diesen Bereich reserviert oder umgewidmet.
Was Valve bisher zur Preisfrage sagt
Seit der Vorstellung der Steam Machine im November hat Valve keine konkrete Preisangabe gemacht. Anfangs wurde das Gerät preislich in der Nähe klassischer Konsolen eingeordnet, später eher mit leistungsähnlichen PCs verglichen. Vor dem starken Preisanstieg bei Speichermedien im Dezember galt ein Preis von rund 800 Euro für die 512-GB-Variante als wahrscheinlich. Gleichzeitig wurde früh klargestellt, dass die Steam Machine nicht im Bereich von 500 Euro liegen wird. Eine direkte Konkurrenz zur PlayStation 5 ist damit nicht vorgesehen.
Keine Subventionierung und spezielle Hardware
Im Gegensatz zu Konsolen klassischer Hersteller soll die Steam Machine nicht über Spieleverkäufe quersubventioniert werden. Valve betonte, dass das Hardware-Geschäft wirtschaftlich eigenständig funktionieren müsse. Viele potenzielle Käufer verfügen bereits über umfangreiche Steam-Bibliotheken, exklusive System-Seller fehlen. Zudem handelt es sich bei der Steam Machine um einen sehr kompakten, speziell entwickelten PC. Mainboard, Netzteil, Kühlsystem sowie Ein- und Ausgabeboards wurden individuell gefertigt.
Unerwarteter Auftritt bei einem Drittanbieter
Dass die Steam Machine überhaupt bei einem externen Händler auftaucht, überrascht Branchenbeobachter. Bislang setzte Valve vor allem auf den Direktvertrieb, wie etwa beim Steam Deck. Unklar ist, ob Smarty.cz eine spezielle Kontingent-Zuteilung erhalten hat oder ob eine zusätzliche Marge einkalkuliert wurde. Auch der konkrete Verkaufsstart bleibt offen. Valve spricht bislang lediglich von einem Marktstart „Anfang 2026“.
