In München bereitet sich BMW auf einen der tiefgreifendsten Umbrüche seiner Geschichte vor. Der bayerische Autobauer hat bestätigt, dass die nächste Generation des M3 vollständig elektrisch wird. Das Modell entsteht auf Basis der Plattform „Neue Klasse“, die die Elektrostrategie des Konzerns für die kommenden Jahrzehnte prägt. Der Marktstart ist nicht vor 2027 geplant. Für die Marke bedeutet dieser Schritt eine grundlegende Neuordnung des Verständnisses von sportlichen Limousinen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Die „Neue Klasse“ als Basis für den elektrischen M3
Die Plattform „Neue Klasse“ ist ein zentrales Element der Transformation, die BMW von seinem Stammsitz in München aus vorantreibt. Der Name geht auf die 1960er-Jahre zurück, als BMW mit dieser Modellreihe den Einstieg in das mittlere und obere Marktsegment schaffte. Heute steht die Bezeichnung für eine neue Generation von Elektrofahrzeugen. Der elektrische M3 wird vollständig auf dieser Architektur aufbauen. Sie bestimmt nicht nur den Antrieb, sondern auch Elektronik, Fahrdynamik und Fahrzeuglayout.
Vier Elektromotoren und ein neuer Leistungsansatz
Das technische Kernmerkmal des neuen M3 ist ein Antrieb mit vier Elektromotoren. Jedes Rad wird von einem eigenen Motor angetrieben, der über eine separate Übersetzung und einen eigenen Hochleistungsrechner verfügt. Die offiziell genannte Systemleistung liegt bei über 1000 PS. Durch diese Konfiguration kann BMW die Kraftverteilung extrem präzise steuern. Das ermöglicht Fahrleistungen und Kurvendynamik, die mit klassischen Verbrennungskonzepten nicht erreichbar sind.
Zwei M3-Philosophien parallel im Angebot
Trotz der Elektrifizierung verabschiedet sich BMW nicht vollständig von der bisherigen M3-Tradition. Der bayerische Autobauer hat bestätigt, dass eine Version mit Reihensechszylinder-Benzinmotor weiterhin angeboten wird. Damit verfolgt das Unternehmen eine Doppelstrategie. Der elektrische M3 markiert die technologische Zukunft der Baureihe. Die Verbrennervariante bleibt für Kunden erhalten, die am klassischen Antrieb festhalten möchten.
Simulierte Gangwechsel ohne Getriebe
Um vertraute Fahrerlebnisse zu bewahren, setzt BMW im elektrischen M3 auf eine softwarebasierte Lösung. Obwohl ein Elektrofahrzeug kein konventionelles Getriebe benötigt, simuliert das System Schaltvorgänge. Dabei werden typische Rucke und akustische Effekte einer mechanischen Schaltung nachgebildet. Die Steuerung erfolgt direkt aus dem Innenraum. Die Funktion richtet sich an Fahrer, denen die gleichmäßige Beschleunigung eines Elektroautos zu wenig Emotionalität bietet.

Batterie, Ladeleistung und das Gewichtsproblem
Der elektrische M3 erhält eine Batterie mit einer Kapazität von über 100 kWh, die im Fahrzeugboden untergebracht ist. Zum Einsatz kommt eine 800-Volt-Architektur, die sehr kurze Ladezeiten ermöglichen soll. Gleichzeitig bringt der Akku ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm mit sich. Für die Entwickler stellt das eine große Herausforderung dar. BMW muss sicherstellen, dass der M3 trotz der schweren Batterie agil und sportlich bleibt.
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