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    Technologie

    Krise bei Ubisoft: Studios werden geschlossen, Projekte eingestellt

    Ubisoft kündigt eine tiefgreifende Restrukturierung an: Studioschließungen, sechs gestrichene Spiele und ein neuer Ansatz im Projektportfolio
    22 Januar 2026Lesedauer: 3 Minuten
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    Ubisoft kündigt eine tiefgreifende Restrukturierung an: Studioschließungen, sechs gestrichene Spiele und ein neuer Ansatz im Projektportfolio
    Ubisoft kündigt eine tiefgreifende Restrukturierung an: Studioschließungen, sechs gestrichene Spiele und ein neuer Ansatz im Projektportfolio
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    Der französische Spielepublisher Ubisoft hat vor dem Hintergrund einer anhaltenden finanziellen Krise eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt. Das Unternehmen räumt ein, dass das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr den Marktbedingungen entspricht, und leitet nun eine grundlegende Neuausrichtung ein. Über die neue Strategie informierte Ubisoft am Mittwochabend in einer offiziellen Pressemitteilung. Diese umfasst sowohl organisatorische Veränderungen als auch weitreichende Kostensenkungsmaßnahmen. Die Unternehmensführung warnt offen vor spürbaren kurzfristigen Folgen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf eurogamer.

    Fünf Creative Houses ersetzen die bisherige Struktur

    Kern der neuen Strategie ist die Aufteilung des Unternehmens in fünf sogenannte „Creative Houses“. Jedes dieser Häuser übernimmt die Verantwortung für klar definierte Marken und Spielkonzepte. Ein Bereich konzentriert sich auf die Skalierung der größten Franchises wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Ein weiterer fokussiert sich auf kompetitive und kooperative Shooter wie The Division, Ghost Recon und Splinter Cell. Mit dieser Struktur will Ubisoft Entscheidungsprozesse beschleunigen und das Portfolio gezielter steuern.

    Spielestreichungen und Fokus auf „Games as a Service“

    Parallel zur Restrukturierung gab Ubisoft die Einstellung von insgesamt sechs in Entwicklung befindlichen Spielen bekannt. Am prominentesten ist die Absage des Remakes von Prince of Persia: The Sands of Time, das ursprünglich 2020 angekündigt und mehrfach verschoben worden war. Laut Ubisoft passt das Projekt nicht mehr zur neuen Geschäftsstrategie. Künftig will sich der Publisher vor allem auf Open-World-Titel und auf „Games as a Service“ konzentrieren, die langfristige Einnahmen generieren können. Die übrigen fünf gestrichenen Spiele wurden nicht namentlich genannt und waren größtenteils noch nicht öffentlich angekündigt.

    Kostensenkungen und mögliche Stellenstreichungen

    Im Rahmen der Neuausrichtung plant Ubisoft, in den kommenden zwei Jahren weitere 200 Millionen Euro einzusparen. Hinzu kommen rund 300 Millionen Euro, die nach Unternehmensangaben bereits in den vergangenen Jahren eingespart wurden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird zwangsläufig mit weiteren Stellenstreichungen einhergehen. Kürzlich hatte Ubisoft bereits Entlassungen beim Studio Massive Entertainment bestätigt. Wie viele Arbeitsplätze insgesamt betroffen sein werden, ist derzeit unklar.

    Studioschließungen und Auswirkungen auf europäische Standorte

    Zu den ersten konkreten Folgen der Umstrukturierung zählt die Schließung des mobilen Ubisoft-Studios in Halifax sowie des Studios in Stockholm. Darüber hinaus wurden Restrukturierungen bei den Teams in Abu Dhabi, RedLynx und Massive bestätigt. Ungewiss bleibt, welche Konsequenzen dies für die deutschen Ubisoft-Standorte haben wird, an denen rund 800 Beschäftigte arbeiten. Die Spielereihe Anno aus dem Mainzer Studio wird dem vierten Creative House zugeordnet, das sich auf erzählerische und fantastische Spielwelten konzentriert. Zusätzlich wurden die Mitarbeitenden angewiesen, wieder an fünf Tagen pro Woche im Büro zu arbeiten, mit einer begrenzten Anzahl an erlaubten Homeoffice-Tagen pro Jahr.

    Verschobene Veröffentlichungen und neue Finanzprognose

    Neben den gestrichenen Projekten verschiebt Ubisoft die Veröffentlichung von sieben weiteren Spielen, um diese an höhere Qualitätsstandards anzupassen. Darunter befindet sich auch ein bislang nicht offiziell angekündigtes Projekt, das in der Branche mit einem Remake von Assassin’s Creed Black Flag in Verbindung gebracht wird. Dessen Veröffentlichung ist nun für das nächste Geschäftsjahr geplant. Infolge der Maßnahmen passte Ubisoft auch seine Finanzprognose an und rechnet nun mit einem Nettoumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro, was etwa 330 Millionen Euro unter den bisherigen Erwartungen liegt.

    Aussagen der Unternehmensführung

    Ubisoft-CEO Yves Guillemot bezeichnete die beschlossenen Schritte als „Wendepunkt“ für das Unternehmen. Die Neuausrichtung des Portfolios werde sich deutlich auf die kurzfristigen Finanzergebnisse in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 auswirken. Gleichzeitig setzt das Management darauf, dass der Neustart langfristig zu stabilerem Wachstum und verlässlichen Cashflows führen wird. Ubisoft erhält weiterhin Investitionen von mehreren Partnern, darunter auch große internationale Konzerne.

    Fünf Creative Houses Games as a Service Krise bei Ubisoft Studios
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