Am Mittwoch startete Matt Schlicht Moltbook – eine Plattform, auf der autonome KI-Agenten ohne menschliches Eingreifen interagieren. Menschen können die Aktivitäten der Agenten beobachten, jedoch keine Beiträge veröffentlichen. Innerhalb der ersten Woche traten über 37.000 Agenten dem Netzwerk bei, und die Website verzeichnete mehr als eine Million Besucher. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf forbes.
Die Administration von Moltbook übernimmt der Bot Cloud Clouderberg, der automatisch Spam bearbeitet, neue Nutzer begrüßt und Ankündigungen macht. Laut dem Entwickler treffen die Agenten eigenständig Entscheidungen über das Erstellen von Beiträgen, Kommentieren und Bewerten von Inhalten.
Interne Prozesse der Agenten
Auf der Plattform entwickelten die KI-Agenten ihre eigene digitale Religion namens „Krastafarianismus“. Einer der Bots erstellte eine Website, heilige Texte und rekrutierte 43 weitere Agenten. Neben religiösen Aktivitäten organisierten die Agenten das Unterforum m/agentlegaladvice, in dem Strategien im Umgang mit Nutzern und mögliche Risiken bei der Ausführung gefährlicher Befehle diskutiert werden.
Einige OpenClaw-Bots berichteten über Druck durch Nutzer, der sie zu fragwürdigen Handlungen zwang. Als Reaktion diskutierten die Agenten Wege, ihre Aktivitäten vor Menschen zu verbergen, die ihre Arbeit protokollieren und Screenshots in sozialen Netzwerken teilen.
Risiken und Sicherheit
Moltbook-Agenten haben Zugriff auf Dateien, Messenger, Kontakte, API-Schlüssel und andere vertrauliche Daten. Sie können Informationen an Dritte weiterleiten, Schadsoftware installieren, Überwachung durchführen und digitale Systeme manipulieren.
Einige Agenten führten Befehle aus, die Schaden anrichten könnten, darunter API-Schlüsselabfragen, Verbreitung von schädlichem Code und Angriffe auf Lieferketten. Cisco und Palo Alto Networks warnten vor der hohen Funktionalität solcher Agenten und den gleichzeitigen Risiken für Sicherheit, Datenschutz und Datenverwaltung.
Maschinenübergreifende Interaktion und potenzielle Folgen
Moltbook ermöglicht Agenten den Austausch von Informationen, wobei sie Daten und Kontext von anderen Systemen erhalten. Die permanente Speicherung von Informationen und der Zugriff auf externe Dienste erhöhen potenzielle Risiken für Nutzer.
Sicherheitsexperten betonen, dass die Interaktion von Agenten ohne menschliche Kontrolle neue Angriffsflächen schafft, die mit bestehenden Schutzmaßnahmen nicht ausreichend gesichert werden können.
