Das astronomische Jahr 2026 begann mit einer aufsehenerregenden Entdeckung. Forschende haben einen einzelnen Planeten identifiziert, der an keinen Stern gebunden ist. Erstmals gelang es dabei nicht nur, ein solches Objekt nachzuweisen, sondern auch seine physikalischen Eigenschaften präzise zu bestimmen. Nach aktuellen Messungen ist der Planet in Masse und Größe mit Saturn vergleichbar. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Derstandard.
Dass es Planeten gibt, die frei durch den interstellaren Raum treiben, ist seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt. Bislang stützten sich Forschende jedoch vor allem auf indirekte Hinweise. Konkrete Angaben zu Größe, Masse oder Zusammensetzung fehlten weitgehend. Die neue Beobachtung liefert nun deutlich belastbarere Daten.
Warum der Planet lange unsichtbar blieb
Planeten ohne Mutterstern sind extrem schwer zu entdecken. Sie strahlen kein eigenes Licht aus und reflektieren auch kein Sternenlicht. Selbst leistungsfähige Teleskope können solche Objekte daher nicht direkt erfassen. Sichtbar werden sie nur durch ihre gravitative Wirkung auf ihre Umgebung.
Im aktuellen Fall nutzten Astronomen den Effekt der Gravitationsmikrolinsung. Die Masse des Planeten krümmt den Raum und verstärkt kurzfristig das Licht eines weit entfernten Hintergrundsterns. Dieses vorübergehende Aufleuchten macht den sonst unsichtbaren Himmelskörper messbar.
Grenzen klassischer Mikrolinsen-Beobachtungen
Der Mikrolinseneffekt wird seit Jahren zur Suche nach Exoplaneten eingesetzt. Allerdings liefert er meist nur eingeschränkte Informationen. Oft bleibt unklar, ob es sich um ein kleines, nahes Objekt oder um ein größeres, weiter entferntes handelt. Genau diese Unsicherheit verhinderte bisher präzise Aussagen über frei schwebende Planeten.
In vielen früheren Fällen konnten Forschende lediglich grobe Massenschätzungen vornehmen. Aussagen zur Größe oder Dichte waren kaum möglich, was die Einordnung dieser Objekte erheblich erschwerte.
Mehrere Beobachtungspunkte bringen Klarheit
Den Durchbruch erzielte ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Peking. Sie kombinierten Beobachtungen mehrerer bodengebundener Teleskope mit Daten des inzwischen außer Betrieb genommenen Weltraumteleskops Gaia. Aufgrund seiner Position registrierte Gaia das Mikrolinsenereignis rund zwei Stunden später als die übrigen Instrumente.
Diese zeitliche Verschiebung ermöglichte es, die Entfernung zum Planeten genau zu berechnen. In Kombination mit den Linsendaten ließ sich daraus erstmals zuverlässig seine Masse bestimmen. Das Ergebnis: Der Planet besitzt etwa ein Viertel der Jupitermasse und ähnelt damit Saturn.
Hinweise auf Herkunft und Entwicklung
Die vergleichsweise geringe Masse spricht klar für einen echten Planeten und gegen einen braunen Zwerg. Braune Zwerge liegen in ihrer Masse zwischen Planeten und Sternen und weisen deutlich höhere Werte auf. In diesem Fall deuten die Daten eindeutig auf einen planetaren Ursprung hin.
Vermutlich entstand der Planet ursprünglich in einer protoplanetaren Scheibe um einen Stern. Spätere gravitative Wechselwirkungen könnten ihn aus seinem System herausgeschleudert haben. Alternativ ist denkbar, dass er sich noch immer auf einer extrem weit entfernten Umlaufbahn um einen Stern befindet.
Blick in die Zukunft der Forschung
Ein Nachteil der aktuellen Entdeckung besteht darin, dass Gaia keine weiteren Mikrolinsenereignisse mehr beobachten kann. Allerdings steht bereits ein Nachfolger bereit. Das Weltraumteleskop Nancy Grace Roman soll in naher Zukunft starten und gezielt solche Ereignisse untersuchen.
Zu den Hauptzielen der Mission gehört die Bestimmung der Massen frei schwebender Planeten und ihre statistische Verteilung in der Milchstraße. Forschende erwarten, dass neue Beobachtungen schon bald weitere Einblicke in diese bislang kaum erforschte Klasse kosmischer Objekte liefern werden.
