Auch Angehörige erleben Hilflosigkeit, Unsicherheit und stellen sich die Frage, wie sie ihren Liebsten helfen können. Wenn Angehörige die Betroffenen unterstützen möchten, stoßen sie aber selbst oft an ihre Grenzen. Mit Verständnis, Geduld und einem offenen Ohr machen Sie im ersten Schritt nichts falsch. Was Sie weiterhin machen können, erfahren Sie in unserem Beitrag.
Die Diagnose: Der erste Schritt zur Hilfe
So schwer es manchmal erscheint: Bevor hilfreiche Maßnahmen greifen können, braucht es eine Diagnose. Viele Betroffene schaffen es allein kaum, den ersten Kontakt zu einer psychotherapeutischen Praxis herzustellen. Angehörige können Sie entlasten, indem Sie sie bei der Suche nach Therapeuten unterstützen, Informationen über die Erkrankung einholen oder gemeinsam ein Erstgespräch vereinbaren. Manchmal reicht eine ambulante Psychotherapie bereits aus, um erste Stabilität zu gewinnen. Doch auch dann bleiben Angehörige wichtige Begleiter auf dem Weg. Teilweise ist hingegen auch ein stationärer Aufenthalt zu empfehlen, damit Betroffene den nötigen Abstand zum Alltag gewinnen und von einem Team aus hoch qualifizierten Ärzten und Psychotherapeuten betreut werden.
Nah sein, ohne zu überfordern: Hilfe bei Depressionen
Eine Depression verändert die Wahrnehmung der Betroffenen und erschwert viele alltägliche Dinge. Angehörige können hier zu einer stabilen Stütze werden, indem sie sich über das Krankheitsbild informieren, zuhören und das Erleben der erkrankten Person ernst nehmen. Wertfrei zuzuhören gibt Betroffene die Möglichkeit, sich zu öffnen, ohne das Gefühl zu haben, sich erklären oder rechtfertigen zu müssen.
Hilfreich ist auch die behutsame Ermutigung, therapeutische Unterstützung anzunehmen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die Erkrankung weder zu banalisieren noch mit Druck zu reagieren. Manche Menschen benötigen Zeit, um sich für eine Behandlung zu entscheiden.
Auch im Alltag können Sie als Angehöriger zur Entlastung beitragen, beispielsweise durch gemeinsame Aktivitäten wie Spazierengehen, Kaffeetrinken oder einen Kinobesuch. Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben oder Hilfe im Haushalt kann Betroffene ebenfalls entlasten. Doch bei aller Fürsorge gilt: Niemand sollte sich selbst verlieren. Eigene Grenzen zu kennen und zu achten, gehört ebenfalls zu einer stabilen und nachhaltigen Begleitung und ist Teil der eigenen Selbstfürsorge.
Wie Sie Betroffenen Halt geben, wenn Zwangsgedanken überhandnehmen
Zwangsstörungen sind von außen oft schwer nachvollziehbar, für Betroffene jedoch hoch belastend. Angehörige leisten viel, wenn sie sich mit der Erkrankung auseinandersetzen und verstehen, wie bedrängend Zwangsgedanken und Rituale sein können. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht in den Zwang hineingezogen zu werden. Das Mitmachen von Ritualen liefert vielleicht kurzfristig Erleichterung, vertieft aber langfristig den Leidensdruck.
Auch das Setzen von Grenzen ist ein Ausdruck von Unterstützung: Der Alltag der Angehörigen darf nicht vollständig von Zwangshandlungen bestimmt werden. Fortschritte, und seien sie noch so klein, verdienen Anerkennung, denn jede Veränderung erfordert Mut und ist ein Schritt hin zur Genesung.
Vermeiden Sie jedoch um jeden Preis, nicht selbst den Platz eines Therapeuten einzunehmen. Die beste Unterstützung besteht darin, professionelle Anlaufstellen gemeinsam zu suchen und Wege aufzuzeigen, die außerhalb des familiären Umfelds liegen. Selbsthilfegruppen, Psychotherapie oder, wenn notwendig, stationäre Angebote können den ersten Schritt zur Besserung darstellen.
Und auch hier gilt: Die eigene psychische Gesundheit hat Vorrang. Nur wenn Sie auch für sich sorgen, können Sie langfristig für andere da sein.
Ein sicherer Hafen, wenn alles zu viel wird
Es gibt Situationen, in denen ambulante Unterstützung nicht mehr ausreicht. Wenn der Alltag durch Zwänge kaum noch möglich ist oder depressive Episoden immer wiederkehren, fühlen sich Betroffene und Angehörige oft gleichermaßen überfordert. Ein stationärer Aufenthalt kann die Möglichkeit sein, durch Stabilisierung Fortschritte zu erzielen und einen neuen therapeutischen Rahmen entstehen zu lassen.
In einer Privatklinik bei Depressionen erhalten Betroffene die Möglichkeit, Abstand von belastenden Routinen zu gewinnen und sich intensiv begleiten zu lassen. Moderne therapeutische Konzepte, ein ruhiges Umfeld und ein engmaschiger Austausch ermöglichen es, neue Perspektiven auf die eigene Situation zu entwickeln.
Auch Menschen mit Zwangsstörungen profitieren von spezialisierten stationären Angeboten. In einer Privatklinik bei Zwangsstörungen können sie an ihren Mustern arbeiten, unterstützt von Fachleuten, die die Dynamik der Erkrankung genau kennen.
Die LIMES Schlosskliniken bieten hierfür einen Ort, an dem professionelle Unterstützung, individuelle Therapieprogramme und ein wertschätzender Umgang miteinander zusammenkommen. Für viele Betroffene ist diese Kombination der Wendepunkt auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Angehörige haben gleichzeitig die beruhigende Gewissheit, dass der ihnen nahestehende Mensch in erfahrenen Händen ist.
