Wie man Kaffee in der Cezve so zubereitet, dass er nicht „überläuft“, ist eine praktische und keine ästhetische Frage. Überlaufender Schaum bedeutet Aromaverlust, Geschmacksverlust und eine verschmutzte Herdplatte. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf nifamc.se, liegt das Problem meist nicht an der Kaffeesorte, sondern an der Zubereitungstechnik und der Aufmerksamkeit für Details. Die Cezve ist ein einfaches Werkzeug, verzeiht jedoch keine Eile und keine Fehler. Entscheidend sind Temperatur, Mahlgrad, Wasser und der richtige Moment, den Kaffee vom Herd zu nehmen. Im Folgenden finden Sie sachliche, erprobte Empfehlungen, die zu Hause ohne spezielle Geräte funktionieren.

Warum Kaffee „überläuft“ und was in der Cezve passiert
Kaffee steigt durch die Bildung eines dichten Schaums auf, in dem sich Öle und Gase konzentrieren. Bei zu schnellem Erhitzen steigt der Druck abrupt an, und die Flüssigkeit tritt über den Rand. Das ist kein „Charakterzug“ des Kaffees, sondern reine Physik. Ist die Hitze zu stark oder die Cezve zu voll, ist das Ergebnis vorhersehbar. Wer die Ursachen kennt, kann den Prozess gezielt steuern.
Häufige Risikofaktoren:
- zu hohe Hitze;
- sehr feiner Mahlgrad ohne Temperaturkontrolle;
- zu volle Cezve;
- kaltes Wasser, das abrupt erhitzt wird.
„Überlaufender Kaffee ist ein Zeichen für fehlende Temperaturkontrolle – nicht für Stärke.“
Richtiger Mahlgrad und passende Proportionen
Der Mahlgrad für die Cezve sollte fein, aber gleichmäßig sein. Zu staubfeiner Kaffee beschleunigt die Schaumbildung, zu grober Mahlgrad führt zu flachem Geschmack. Auch die Proportionen sind entscheidend: Zu viel Kaffee verstärkt das Aufschäumen. Hier zählt Ausgewogenheit mehr als modische Rezepte.
Empfohlene Proportionen:
- 6–7 g Kaffee auf 100 ml Wasser;
- Füllstand der Cezve maximal 80 %;
- Mahlgrad: „mehlfein“, ohne grobe Partikel.
Vergleich von Mahlgrad und Ergebnis:
| Mahlgrad | Risiko des Überlaufens | Geschmack |
|---|---|---|
| Sehr fein | Hoch | Bitter, schwer |
| Fein-mittel | Mittel | Ausgewogen |
| Grob | Niedrig | Flach |
Wasser und Temperatur: ein unterschätzter Faktor
Die Wasserqualität beeinflusst das Verhalten des Kaffees direkt. Hartes Wasser reduziert die Extraktion, verhindert aber kein starkes Aufschäumen. Kaltes Wasser, das schnell erhitzt wird, fördert einen plötzlichen Schaumanstieg. Besser ist Wasser mit Zimmertemperatur. Das Erhitzen sollte langsam und gleichmäßig erfolgen.
Praktische Empfehlungen:
- gefiltertes Wasser verwenden;
- nicht bis zum starken Kochen erhitzen;
- die Hitze von Beginn an kontrollieren.
„Kaffee in der Cezve wird nicht gekocht – er wird langsam erwärmt.“
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kaffee ohne Überlaufen zubereiten
Dieser Ablauf reduziert das Risiko des Überlaufens nahezu auf null und eignet sich für jede Herdart.
Zubereitungsschritte:
- Kaffee in die trockene Cezve geben, Wasser hinzufügen.
- Einmal umrühren, bevor erhitzt wird.
- Auf kleinste Flamme stellen.
- Die Bildung eines hellen Schaums beobachten.
- Die Cezve vom Herd nehmen, bevor der Kaffee kocht, sobald der Schaum den Rand erreicht.
- Den Schaum kurz setzen lassen und den Vorgang einmal wiederholen.
Der entscheidende Punkt: In der Endphase nicht vom Herd weggehen.
Größe und Material der Cezve sind entscheidend
Eine zu große Cezve für eine kleine Menge beschleunigt die Erwärmung des Bodens und stört das Gleichgewicht. Kupfer-Cezven mit dickem Boden sind vorzuziehen, da sie die Hitze gleichmäßig verteilen. Modelle aus Edelstahl oder Aluminium erfordern eine noch geringere Hitze. Eine Form mit engem Hals hilft, den Schaum zu halten.
Empfehlungen für den Hausgebrauch:
- Cezve-Größe passend zur Portion;
- dicker Boden;
- enger Hals.
Typische Fehler in der heimischen Küche
Selbst erfahrene Kaffeetrinker wiederholen oft dieselben Fehler – meist aus Zeitdruck. Das Korrigieren dieser Punkte bringt sofort bessere Ergebnisse, ohne den Kaffee zu wechseln.
Häufige Fehler:
- mittlere oder hohe Hitze einstellen;
- während des Erhitzens umrühren;
- bis zum sprudelnden Kochen erhitzen;
- eine Cezve für unterschiedliche Mengen verwenden.
Die Cezve mag keine Universalität – sie verlangt Präzision.
Schaumschicht kontrollieren als Schlüsselkompetenz
Der Schaum ist der wichtigste Indikator für den Gargrad. Sobald er dicht wird und ansteigt, ist der Prozess nahezu abgeschlossen. Das rechtzeitige Abnehmen der Cezve bewahrt Aroma und verhindert das Überlaufen. Diese Fähigkeit entwickelt sich mit Übung, ist aber entscheidend.
Praktische Orientierung:
- heller Schaum → zu früh;
- dichter, dunkler Schaum → jetzt abnehmen;
- starkes Blubbern → zu spät.
„Der beste Kaffee aus der Cezve ist der, der nie gekocht hat.“
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